SENIORENFREUNDLICHE  HANDYS

Viele ältere Menschen und vor allem auch ihre Angehörigen fragen immer wieder nach Handys, die für Seniorinnen und Senioren geeignet wären. Es gibt sie inzwischen, aber noch in geringer Auswahl. Der Grund dafür ist eine Industrie, die Mobiltelefone ausschließlich für jüngere Benutzer entwirft, weil sie sich damit mehr Gewinn verspricht.

Dabei ist das Handy für Senioren außerordentlich nützlich. Um die Freiheit zu fördern, mehr Sicherheit zu geben, Kontakte zu ermöglichen und alles in allem mehr Selbständigkeit zu erlauben.

In "burgundrot" ein bei Seniorinnen sehr beliebtes Handy
Doro Phone Easy 410gsm
Testsieger 4/2010

Ist auch in Schwarz oder Weiß erhältlich.

Ein preiswertes Seniorenhandy
Amplicom Power Tel M5000 Handy

Ein seniorenfreundliches, herkömmliches Handy
Nokia 3110 Classic

Das Seniorenhandy ist im Prinzip ein ganz normales Handy, nur mit größeren Dimensionen, stark vereinfachter Menuführung, reduzierten Funktionen ohne Schnickschnack, der Möglichkeit, mit einer Vorinstallation es individuell zu konfigurieren und einer ausführlichen und verständlichen Bedienungsanleitung.

Ideale Eigenschaften

  • Große Tasten ... etwa 1qcm groß, mit gutem Druckpunkt
  • Großes Display ... S/W genügt, aber hoher Kontrast
  • Einfachste Bedienung ... durch Reduktion von Funktionen (z.B. ohne Mailbox, kein Zugang zum Internet, ohne Kamera)
  • Preiswert ... max 100 €, damit sich auch viele das Handy für Senioren leisten können
  • Robust ... darf auch mal runterfallen
  • Akku- UND Batteriebetrieb
  • Gute SMS Unterstützung
  • Möglichkeit eine Kordel zum Umhängen anzubringen, z.B. durch entsprechende Öse
  • Gut sichtbar ... am besten auch mit einer grellen Farbe (rot oder gelb) erhältlich
  • Lauter Klingelton und Vibrationsalarm ... alternativ optische Anzeige für Schwerhörige
  • Eine spezielle, programmierbare SOS Taste ... die automatisch die 112 oder die örtliche Notfallnummer wählt oder die Nummer eines zuverlässigen, informierten Ansprechpartners
  • Keine speziellen Tasten für teure Services (Branding). Leicht verwirrte Personen können sich damit leicht in den finanziellen Ruin treiben.
  • Eine Luxus-Ausführung mit GPS, damit man automatisch genau den Ort des Handys feststellen kann.

Als Tarif sollte eine Pre-Paid Karte möglich sein, ohne feste monatliche Gebühren, mit einigen (mindestens 3) Homenummern, zu denen man billiger und einfachst telefonieren kann. Bei Prepaid Anbietern darauf achten, dass auch da ein Einzelverbindungsnachweis möglich ist.

Experte Schnurer von c't warnt zu Recht vor den "Verarschungstasten" an einigen Handys. Wenn man sie drückt, kostet es Geld, sie auszuschalten ist schwierig und deshalb ein Problem für Senioren, die dazu Hilfe brauchen.

Als Zusatzeinrichtung wäre eine eingebaute LED-Taschenlampe hilfreich, wahrscheinlich wäre das auch für andere Handys nützlich. Die LEDs könnten dann auch für die optische Anzeige verwendet werden.

Für den Alltag weniger geeignet halte ich reine Notfallnummernhandys. Denn jeder Betroffene weiß, dass zuviele Anrufe beim Notruf die Einweisung ins Altersheim zur Folge haben.

Übrigens kann man alle Handys orten, nicht nur GPS Handys. Bei ihnen geht es allerdings auf wenige Meter genau, beim normalen Handy kann man nur die Basisstation herausfinden. Damit die Ortung zügig verläuft, sollte man das Handy beim Live-Service der Björn-Steiger-Stiftung registrieren. So wird mit der Notfallnummer 112 jedes aktive Handy zur Notrufsäule! Handys ohne aktive SIM Karte funktionieren in Zukunft nicht mehr für den Notruf!

Jedes Handy hat eine eigene, einmalige Seriennummer. Diese kann wie folgt aufgerufen werden:

*#06#

Darauf wird die Seriennummer des Handys angezeigt. Diese Nummer notieren und sicher aufbewahren, z.B. in dem man Handy und Anzeige fotografiert. Wenn nun ein Handy gestohlen werden sollte, muss man diese Seriennummer dem Telefonhändler oder Hersteller melden und dieser kann dann das Handy total blockieren, auch wenn der Dieb eine neue SIM-Karte einsetzt. Würde dies jeder wissen und machen, würden weniger Handys gestohlen werden!

Hilfreich für Senioren sind auch Kurse zum Bedienen der Handys, z.B. in Handyschulen. Zu den Telefonnummern, die man im Handy speichern sollte, gehören auch die Nummern, unter denen man Kreditkarten oder Bankkarten sperren kann.

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Unabhängig vom technischen Gerät sind auch groß geschriebene Telefonnummern-Listen für Senioren, vielleicht auch im Zusammenhang mit den Kurzwahlen, sehr hilfreich. Besonders wichtige Nummern sind der Notruf (denn er ist auf vielen örtlichen Telefonbüchern nicht mehr zu finden!), und die Nummern der Ärzte und der nahen Verwandten.

Ich habe auch einen selbstgebastelten Notfallausweis im Scheckkartenformat in meiner Geldbörse immer dabei. Telefon- und Handynummern (mit internationaler Vorwahl z.B. +49 für Deutschland) von meinen nächsten Verwandten machen es leicht, sie zu verständigen.

Es kommt immer wieder vor, z.B. nach Stürzen, dass Hilfsmannschaften nach dem Einbruch in der Wohnung Probleme haben, die Verwandten, so es welche gibt, zu informieren.

Die Retter und Ambulanzfahrer haben bemerkt, dass bei Unfällen die meisten Verwundeten ein Mobil-Telefon bei sich haben.

Bei den Einsätzen weiß man aber nicht, wer aus diesen langen Kontaktlisten zu kontaktieren ist.

Ambulanzfahrer haben also vorgeschlagen, dass jeder in seine Kontaktlisten die im Notfall zu kontaktierende Person unter demselben Pseudonym einträgt.

Das international anerkannte Pseudo ist: ICE (= In Case of Emergency).

Unter diesem Namen sollte man die Person eintragen, welche in Notfall durch Polizei, Feuerwehr oder den Rettungsdienst anzurufen ist.

Sind mehrere Personen zu kontaktieren, braucht man ICE1, ICE2, ICE3, usw.

Ist einfach, kostet nichts, kann aber viel bringen!

Und im Stressfall ist selbst die Notfallnummer nicht mehr präsent. Dazu kommt auch noch, dass die Notfallnummern in Europa  (Euronotruf 112) immer noch nicht ganz einheitlich sind, was besonders für Reisende zum lebensgefährlichen Problem werden kann.

Soll das Telefon oder Handy nach einem Sturz im Haus eine Hilfe sein, dann sind für Alleinlebende einige Vorsichtsmassnahmen wichtig, die in Fleisch und Blut übergehen sollten. Erstens muss es in einer Höhe gelagert sein, wo man es auch durch "Robben" erreichen kann, also maximal in Tischhöhe, besser noch in Sitzflächenhöhe. Zweitens muss man es auch aus einem anderen Zimmer erreichen können, also Türen immer einen Spalt offenlassen. Und schließlich drittens: Auf diesem Platz sollten immer auch eine Taschenlampe, eine Brille und ein Notizblock vorhanden sein, damit man es einsetzen kann.

Die Nützlichkeiten von Telefonketten für Senioren ist allgemein bekannt, wahrscheinlich werden sie in Zukunft durch Social Networks abgelöst. Auch die häufigen Kontrollanrufe der Kinder sind besser als nichts, nur sollten die Kinder oder Enkel nicht glauben, deshalb über das Schicksal der Eltern wirklich informiert zu sein.

Denn auf Kontakte ausschließlich via Telefon ist wenig Verlass. Nur durch längere, persönliche Besuche wird man erfahren, wie es im Seniorenalltag wirklich zugeht. Erst wenn man den Alltag und den Wochenplan von Senioren kennt, dazu gehören auch die persönlichen Kontakte, kann man sich ein Bild vom Leben und den auftretenden Poblemen machen.

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