| Viele ältere Menschen und vor allem auch ihre Angehörigen
fragen immer wieder nach Handys, die für Seniorinnen und Senioren geeignet wären. Es
gibt sie inzwischen, aber noch in geringer Auswahl. Der Grund dafür ist eine Industrie,
die Mobiltelefone ausschließlich für jüngere Benutzer entwirft, weil sie sich damit
mehr Gewinn verspricht. Dabei ist das Handy für Senioren außerordentlich nützlich. Um die Freiheit zu fördern, mehr Sicherheit zu geben, Kontakte zu ermöglichen und alles in allem mehr Selbständigkeit zu erlauben.
Das Seniorenhandy ist im Prinzip ein ganz normales Handy, nur mit größeren Dimensionen, stark vereinfachter Menuführung, reduzierten Funktionen ohne Schnickschnack, der Möglichkeit, mit einer Vorinstallation es individuell zu konfigurieren und einer ausführlichen und verständlichen Bedienungsanleitung.
Für den Alltag weniger geeignet halte ich reine Notfallnummernhandys. Denn jeder Betroffene weiß, dass zuviele Anrufe beim Notruf die Einweisung ins Altersheim zur Folge haben. Übrigens kann man alle Handys orten, nicht nur GPS Handys. Bei ihnen geht es allerdings auf wenige Meter genau, beim normalen Handy kann man nur die Basisstation herausfinden. Damit die Ortung zügig verläuft, sollte man das Handy beim Live-Service der Björn-Steiger-Stiftung registrieren. So wird mit der Notfallnummer 112 jedes aktive Handy zur Notrufsäule! Handys ohne aktive SIM Karte funktionieren in Zukunft nicht mehr für den Notruf! Jedes Handy hat eine eigene, einmalige Seriennummer. Diese kann wie folgt aufgerufen werden: *#06# Darauf wird die Seriennummer des Handys angezeigt. Diese Nummer notieren und sicher aufbewahren. Wenn nun ein Handy gestohlen werden sollte, muss man diese Seriennummer dem Telefonhändler oder Hersteller melden und dieser kann dann das Handy total blockieren, auch wenn der Dieb eine neue SIM-Karte einsetzt. Würde dies jeder wissen und machen, würden weniger Handys gestohlen werden! Hilfreich für Senioren sind auch Kurse zum Bedienen der Handys, z.B. in Handyschulen. Zu den Telefonnummern, die man im Handy speichern sollte, gehören auch die Nummern, unter denen man Kreditkarten oder Bankkarten sperren kann.
Unabhängig vom technischen Gerät sind auch groß geschriebene Telefonnummern-Listen für Senioren, vielleicht auch im Zusammenhang mit den Kurzwahlen, sehr hilfreich. Besonders wichtige Nummern sind der Notruf (denn er ist auf vielen örtlichen Telefonbüchern nicht mehr zu finden!), und die Nummern der Ärzte und der nahen Verwandten. Es kommt immer wieder vor, z.B. nach Stürzen, dass Hilfsmannschaften nach dem Einbruch in der Wohnung Probleme haben, die Verwandten, so es welche gibt, zu informieren.
Und im Stressfall ist selbst die Notfallnummer nicht mehr präsent. Dazu kommt auch noch, dass die Notfallnummern in Europa (Euronotruf 112) immer noch nicht ganz einheitlich sind, was besonders für Reisende zum lebensgefährlichen Problem werden kann. Die Nützlichkeiten von Telefonketten für Senioren ist allgemein bekannt. Auch die häufigen Kontrollanrufe der Kinder sind besser als nichts, nur sollten die Kinder oder Enkel nicht glauben, deshalb über das Schicksal der Eltern wirklich informiert zu sein. Nur durch längere, persönliche Besuche wird man erfahren, wie es im Seniorenalltag wirklich zugeht. Erst wenn man den Alltag und den Wochenplan von Senioren kennt, dazu gehören auch die persönlichen Kontakte, kann man sich ein Bild vom Leben und den auftretenden Poblemen machen.
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© 2010 Otto Buchegger Tübingen
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