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Sehnsüchtig erwartet, aber - um ehrlich zu bleiben - manchmal durchaus auch gefürchtet wird er, der Ruhestand, oft auch als Unruhestand bezeichnet, der letzte Lebensabschnitt, den man noch aktiv gestalten kann. Sicherlich sind die Lebensumstände bei jedem Rentner und Pensionär verschieden, aber es gibt trotzdem einige allgemeine Tipps, die ich hier zusammenfasse. Einiges dazu findet sich auch in der PRAXILOGIE.

Mein wichtigster Rat: Alle notwendigen Entscheidungen sehr früh treffen. Sowohl die geistige, wie auch die körperliche und finanzielle Beweglichkeit werden in den kommenden Jahren schnell geringer werden und jede Veränderung wird deshalb später nur schwieriger.

Dazu gehören notwendige Operationen, die vielleicht vorher wegen Berufsstress immer wieder hinausgeschoben wurden. Je früher operiert wird, um so geringer ist das Risiko und - das ist noch viel wichtiger - um so beschwerdefreier wird dann der Ruhestand werden.

Extrem wichtig ist auch die Wahl des Wohnorts oder der Wohnung. Man sollte sich kritisch fragen, ob man auch unter den Aspekten des neuen Lebens noch passend wohnt. Im Alter spielt die Nähe zum Arbeitsplatz keine Rolle mehr, dafür aber werden Kontakte, das Freizeitangebot und die medizinische Betreuung um so wichtiger.

Ich persönlich ziehe deshalb im Alter Städte (speziell kleine Universitätsstädte) vor, in denen man leichter diese wichtigen Randbedingungen erfüllt bekommt, aber dies wird bei jedem verschieden sein. Jedoch, je früher man umzieht, um so eher wird man noch befriedigende neue Kontakte schließen können, also ist auch diese Entscheidung vordringlich.

Das gleiche gilt für Wohnung oder Haus. Hier ist auch das neue Einkommensniveau wichtig, das auf jeden Fall niedriger, manchmal sogar erschreckend niedrig sein wird. Also rate ich frühzeitig umzuziehen. Der Platzbedarf ohne Kinder wird sehr viel geringer sein und frühzeitiges Ausräumen hat noch nie geschadet, im Gegenteil es bringt neue Freiheiten.

In jedem Fall sollte die neue Unterkunft behindertengerecht sein, ein Umstand der selbst auch heute immer noch vergessen wird und bei allem Downsizing doch noch Platz für die Notunterkunft eines Enkelkindes oder einer Betreuungsperson oder eines Gastes bietet.

Auch sollte man bedenken, dass man eventuell ohne Auto auskommen muss. Sehbehinderungen werden immer wahrscheinlicher und der gute Anschluss an den öffentlichen Verkehr ist deshalb wichtig.

Entscheidend kann auch die Nähe der Kinder oder Enkelkinder sein. Jedoch in unserer mobilen Zeit wird auf deren Wohnort kaum mehr Verlass sein können. Wichtiger ist also die Möglichkeit eines Pflegedienstes, die allerdings heute in Deutschland fast überall gegeben ist.

Zu den vordringlichen Aufgaben gehört auch eine drastische Vereinfachung der Finanzen. Immobilien, die man nicht selbst nutzt, verkaufen, Versicherungen durchforsten und an die neuen Bedürfnisse anpassen (hierzu wird man unabhängige Fachleute brauchen). Zugehörigkeiten zu Vereinen sind kritisch zu überprüfen, eventuell auch Abos zu kündigen.

Nicht jeder wird gleich in Rente gehen können. Um eventuelle Sonderregelungen in Anspruch nehmen zu können, muss man peinlichst auf alle Fristen und Ausnahmen achten. Oft sind die Auskünfte und Ratschläge der diversen Experten in Ämtern und Behörden gefährlich irreführend, mit verheerenden Folgen für die Betroffenen. Es lohnt sich daher Mitglied im VdK zu werden, er vertritt  meiner Meinung noch am besten die Interessen jener Bürger, die Hilfe brauchen und die vom Staat allein gelassen werden.

Entrümpeln, das heißt alles in Ruhe verkaufen, was man nicht wirklich täglich oder oft braucht und was sich so in einem langen Leben angesammelt hat. Mit Ebay hat man daran sogar Spass. Bei Neuanlagen von Vermögen mehr auf Sicherheit und weniger auf Rendite achten.

Vorsätze alternder Männer

Keine junge Frau heiraten.

Nicht launisch, mürrisch, habgierig, rechthaberisch, starrköpfig und misstrauisch werden.

Nicht immer die gleichen, alten Geschichten erzählen.

Den Körper und das Aussehen pflegen.

Ratschläge nur geben, wenn man danach gefragt wird.

Nicht mit den Erfolgen der Vergangenheit prahlen.

Das größte Problem im Alter sind aber nicht Armut oder Gesundheit, sondern die Einsamkeit. Es lohnt sich daher, diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit zu widmen und bei allen Entscheidungen sich zu fragen, wird die neue Umgebung mir helfen damit umzugehen.

Besonders gravierend ändern sich die Umstände, wenn man im Alter ins Ausland zieht. Einen alten Baum verpflanzt man schlecht, hier sollte man besonders vorsichtig sein. Vor allem wenn man nicht die Landesprache spricht oder die Gesetzeslage nicht kennt, würde ich die Finger davon lassen. Lieber immer einen langen Urlaub dort machen, das ist viel günstiger und sicherer!

Foto von Otto Buchegger

Ganz einfach wird sich das Problem lösen, das viele Vorruheständler als das größte ansehen. Nämlich, was werde ich den ganzen Tag tun? Die Erfahrung mit vielen Bekannten zeigt, dass sich der neue Lebensrhythmus schnell einspielt. Stimmen die Rahmenbedingungen, dann findet der kluge und aktive Pensionär oder die Pensionärin schnell das, was ihn/sie interessiert, begeistert und auch im Alter noch Anerkennung und eventuell ein kleines Nebeneinkommen bringt.

Das wichtigste dabei ist, aus dem Haus und unter die Leute zu gehen. Auch wer noch kein Hobby hat, braucht nicht zu verzweifeln. Wer mit offenen Augen sich unsere Gesellschaft anschaut, wird vieles finden, was sich als Hobby oder Beschäftigung eignet. Es gibt unendlich viel Arbeit zu tun, die zur Zeit hohe Arbeitslosigkeit sagt darüber nichts aus. Sie bedeutet nur, dass bei uns Arbeit zu teuer ist, wer als Senior wenig dafür verlangt oder sie sogar gratis macht, wird sich nicht über Langeweile beklagen können.

Auch Weiterbildung im Alter ist gut möglich, wenn auch mit anderen Schwerpunkten, siehe dazu meine Anregungen zur Seniorenuniversität. Reisen und Sport sind ebenfalls gute Alternativen, auch dazu findet sich bei "SENIORENFREUNDLICH" einiges.

Relativ oft enden in den ersten Jahren des Ruhestands auch schon lang andauernde Ehen. Paare stellen fest, dass sie sich auseinandergelebt haben und der Wegfall der Zwänge der Vergangenheit gestattet neue Freiheiten.

Wer nicht mehr berufstätig ist, wird auch feststellen, dass Krankheiten ein geringeres Problem werden. Dass alte Menschen dem Gesundheitswesen so viel mehr kosten ist ein Ammenmärchen, das immer wieder gerne tradiert wird. Für einzelne Hypochonder mag dies gelten, aber teuer ist nur die Pflege für das letzte Jahr vor dem Tode, egal ob der jetzt mit 50, 70 oder mit 90 kommt.

Man kann im Alter seine Krankheiten besser ausheilen, man kennt sich besser und kann sich daher auch schonen, man hat mehr Zeit für Vorsorge und auch für gesunden Sport. Mit dem Stress fallen viele Leiden weg, wer nicht täglich zu Stoßzeiten die überfüllte Strassenbahn benutzen muss, steckt sich weniger leicht an. 

Unfälle durch Risikosportarten oder durch das Rasen mit dem Auto werden seltener, es bleibt Zeit für Bewegung an der frischen Luft, speziell, wenn man einen Hund hat. Man braucht den Arzt nicht mehr aufzusuchen, um sich krank schreiben zu lassen. Alte Menschen lassen sich konsequenter impfen, sie übertreiben nicht mehr so häufig beim Essen oder Trinken und leben mit ihrer langen Erfahrung dadurch auch oft gesünder.

Zu den befriedigendsten Aktivitäten gehören die Kunst, für die man jetzt Zeit hat, so wie die Weitergabe von Wissen an junge Menschen oder auch an Gleichaltrige. Nicht jeder wird gleich ein Business - Angel oder Senioren-Entertainer werden wollen und können, aber jeder kann seinen kleinen Beitrag für eine bessere Zukunft in unserer Gesellschaft leisten. Auch im Alter und sei es nur für die Familie oder für Freunde und Bekannte! Mehr dazu auf der Seite mit einigen Seniorenaktivitäten.

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Ein Gedanke noch für aktive Personalchefs, die auch immer wieder diese Seite lesen. Ehemalige Firmenmitarbeiter geben u.a. ausgezeichnete "Seelsorger" für die aktiven Mitarbeiter ab. Sie verstehen deren Probleme, aber sie mischen sich nicht mehr ein. Sie sind so besser als manche Psychologen geeignet , Ballast von der Seele der Berufstätigen zu nehmen.

Die Kosten für die Firmen für diese Einsätze halte ich für gering, denn viele Ehemalige würden dies ganz gerne tun, u.a. sogar freiwillig. Den Nutzen fürs Betriebsklima schätze ich als sehr hoch ein, nach den vielen Gesprächen zu schließen, die ich in dieser Richtung geführt habe.

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