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Es mag ja zynisch klingen, auch wenn man beim Tod und bei der Bestattung die zentrale Hauptperson ist, es ist vielen Menschen ziemlich egal, was dann mit ihnen passiert. Ihr Leben ist dann abgelaufen und alle ihre Probleme sind vorbei. Sie ruhen in Frieden, wie man richtig sagt.

Manche machen aus diesen Gründen nicht einmal ein Testament und kümmern sich überhaupt nicht um die Details ihrer Bestattung. Andere hingegen wollen auch nach ihrem Ableben Kontrolle ausüben und planen minuziös alles, was sie vorhersehen können.

1. Gedanken über Erben und Vererben.

2. Gedanken, wie man sein Leben so ordnet, dass die Übergabe leicht fällt.

2. Gedanken zum eigenen Begräbnis (auf dieser Seite).

Ehrlich gesagt bin ich persönlich ein Zwitter aus beiden. Auch ich weiß, dass nicht alles vorherplanbar ist und daher ist auch mir vieles egal, aber ich weiß auch, dass ich meiner Familie vielleicht einen Gefallen tue, wenn ich meine Gedanken zu diesen unausweichlichen Ereignissen aufschreibe und ich ihnen damit unangenehme Entscheidungen abnehme.

Ich habe viele Todesfälle miterlebt und dabei auch gesehen, dass Trauernde besondere Hilfe brauchen. Leider nützen einige wenige kommerzielle Unternehmen dies auch immer wieder aus, um mit dem traurigen Anlass gute Geschäfte zu machen.

Man sollte auf vieles Unglaubliches gefasst sein, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt. In Deutschland leben wir in einem Bestattungsmittelalter, mit vielen unlogischen und nicht mehr zeitgemäßen Vorschriften. Nicht umsonst weichen deshalb viele ins nahe Ausland aus, z.B. nach Holland oder die Schweiz, um die deutsche Bürokratie mit ihren hohen Kosten zu umgehen.

Im Heft 2004/11 hat sich die Stiftung Warentest des Themas "Die teuren Toten" angenommen und damit etwas Transparenz in den Tabubereich gebracht. Ich will bei mir die dort gebrachten Hinweise und Checklisten nicht wiederholen und nur einige weiterführende Links angeben.

www.aeternitas.de

www.bestatter.de

www.bestattungen.de

www.bestattungsinstitut.de

www.bestattungsplanung.de

Viele Probleme entstehen nur dadurch, weil sich die noch Lebenden zu wenig um die organisatorischen Details kümmern. Sie verdrängen das Thema, geben keine Richtlinien an, an die sich die Erben oder Nachlassverwalter halten sollen und sie bauen nicht auf fachmännischen Rat, weil der vielleicht etwas kosten würde.

Ich habe versucht, dem entgegenzusteuern und gebe hier einige persönliche Erfahrungen an. Wahrscheinlich ist meine österreichische Herkunft in diesem Zusammenhang förderlich gewesen, denn dort kümmert man sich rechtzeitig und vielleicht sogar zuviel um den Ablauf der eigenen Trauerfeier.

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Testament

Das Wichtigste scheint mir zu sein, ein solides Testament zu machen. Und zwar rechtzeitig, jeder ab 35 sollte eines haben. Je mehr man an Vermögen angehäuft hat, desto eher wird man für sein Testament die fachliche Beratung eines Notars brauchen. Hier zu sparen, kann später teuer werden.

Dann sollte man sich wenigstens einmal pro Jahr das Testament anschauen und überprüfen, ob es nicht schon überholt ist. Es gibt immer wieder Änderungen, die dann zu berücksichtigen sind. Je kürzer und klarer ein Testament ist, desto besser.

Sehr bewährt hat sich das Konzept eines Testamentvollstreckers, damit kann man viele teure Pattsituationen mit den Erben vermeiden. In diesem Zusammenhang will ich auch Patientenverfügungen ansprechen, die zur Zeit in Mode sind. Sie sind im Zusammenhang mit einer General- und Vorsorgevollmacht sinnvoll, die man ab 60 unbedingt ausstellen lassen sollte. In Ergänzung zu einer Vollmacht kann eine aktuelle (alle zwei Jahre wieder unterschriebene) Patientenverfügung die Position der Angehörigen stärken und das Leiden des Sterbens verkürzen.

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Vermögensaufstellung

Ebenfalls einmal pro Jahr sollte man eine Vermögensaufstellung machen. Es ist immer wieder überraschend, wie wenig oft auch die nächsten Angehörigen über Details Bescheid wissen. Nur wenn alles schriftlich gemacht ist, kann man vertrauen, dass nichts vergessen wurde. Oft vernachlässigt werden dabei die Versicherungen, die man ohnehin immer wieder überprüfen sollte, ob sie noch sinnvoll oder auch genügend hoch sind. Bei Lebensversicherungen sollte immer überprüft werden, ob der angegebene "Begünstigte" noch stimmt.

In diesem Zusammenhang sollte man auch alle Nummern und Passwörter für seine Konten oder Schließfächer an einem sicheren Platz notieren, z.B. in einem geschlossenen Umschlag im Safe. Hat man Kinder und Vertrauen zu ihnen, dann sollte man sie rechtzeitig in die Details einweihen und ihnen auch entsprechende Vollmachten erteilen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Kinder das aus Pietät lieber vermeiden wollen. Aber je früher man sie ins Vertrauen zieht, um so weniger peinlich ist es ihnen (mehr dazu).

Viele Probleme kann man vermeiden, wenn man rechtzeitig Nachfolger für sein Vermögen sucht. Macht man gute Verträge, dann kann dies relativ risikolos geschehen. Auch dazu wird man wieder fachliche Beratung brauchen, denn "gut gemeint" genügt im Streitfall nicht.

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Bestattung

Wer seinen Wohnort gut kennt, wird rechtzeitig zu Lebzeiten selbst alle Details mit einem Bestatter aushandeln können und so dafür sorgen dass sein Begräbnis so abläuft, wie man es sich vorstellt. Bespricht man sich mit einem Bestatter, dann ist es immer hilfreich, eine neutrale Person mitzunehmen, die notiert, was man besprochen hat. Wer trauert, ist in einer Ausnahmesituation und versteht vielleicht manches nicht ganz korrekt.

Hilfreich ist, wenn man alle Informationen für einen Nachruf selbst sammelt und zusammenstellt. Damit nimmt man nicht nur den Erben eine unangenehme Arbeit ab, sondern sorgt auch dafür, dass die Erben den Willen nicht verfälschen. Macht man dies früh, z.B. am Beginn des Rentnerdaseins, dann ist es wenig peinlich, sich über die Details des eigenen Begräbnisses Gedanken zu machen.

Ich habe mir z.B. mit 60 Jahren ein Grab in unserem Stadtfriedhof reservieren lassen, das ich jeden Tag sehe, weil ich ganz in der Nähe wohne. Es kommen mir dabei überhaupt keine traurigen Gedanken, sondern ganz im Gegenteil, ich freue mich jeden Tag, dass ich so fröhlich daran vorbeigehen kann. Aber ich habe trotzdem die Gewissheit, dass ich genau weiß, wo ich einmal begraben sein werde.

Zu den grundlegenden Entscheidungen gehört die Art der Bestattung. Noch immer eher ungewöhnlich ist in Deutschland die Feuerbestattung. Für mich hat sie so etwas Tröstliches, dass alles Leid, das in den toten Körpern noch steckt, in Feuer aufgelöst wird. Andere wollen ganz bewusst keine materiellen Reste hinterlassen.

Denn man soll sich zwar an sie erinnern, aber in Gedanken an ihre Worte, ihre Taten und Werke, aber nicht in Form eines Grabes und eines Begräbnisses. Auch das anonyme Begräbnis wird damit gefördert, u.a. auch deshalb, weil man Angst hat, dass zu wenige zum Begräbnis kommen und es entweder peinlich wird oder der Kostenaufwand nicht gerechtfertigt ist. Will man Feuerbestattung und/oder anonymes Begräbnis, dann sollte man eine entsprechende Verfügung dazu abfassen.

Manche Menschen spenden auch ihren Körper der medizinischen Forschung. Wenn ich mir z.B. hier in Tübingen anschaue, mit welcher Hingabe dieser großzügigen Menschen von den Studierenden in der Aussegnungsfeier gedacht wird, dann erscheint es mir ein sehr gutes Beispiel zu sein, wie man auch noch im Tode zum Wohle der Gemeinschaft beitragen kann.

Lichterweg: Jede brennene Kerze erinnert an einen Menschen, der seinen Körper
	der medizinischen Forschung gespendet hat

Wer Sorge hat, dass man vergessen wird oder das Grab nicht gepflegt werden wird, mit einem Erinnerungsdiamanten bleibt man sicherlich in Erinnerung und spart auch alle Grabpflegekosten. Aus der Asche wird ein echter Diamant erstellt, den geliebte Angehörige immer mit sich tragen können. Auch dafür kann man schon zu Lebzeiten alles regeln.

Ich habe auch weitere Details festgelegt, sogar eine CD vorbereitet, mit der Musik, die man für mich spielen soll. Wer meinen Musiktick kennt, wird sich darüber kaum wundern. Dies alles belastet mich überhaupt nicht, sondern es ist für mich ein Akt der Freiheit und der Selbstbestimmung, wenn ich mir darüber Gedanken mache.

Mit zunehmender Mobilität werden immer neue Bestattungsformen entstehen. Ich habe mir auch dazu Gedanken gemacht und einen virtuellen Friedhof in Form eines "Ewigen Gartens" gestaltet. Diese Präsenz ist sicherlich ausbaufähig, aber auch in der jetzigen, rudimentären Form ist sie für meine weit verzweigte und weit verstreute Familie nützlich. Denn die Geburtsdaten der Eltern und Großeltern sind meist bekannt, denn man hat oft ihre Geburtstage gefeiert, aber schnell werden  - außer von den Partnern - die Todestage vergessen, und die kann man dann leicht im Ewigen Garten nachsehen.

Das Kugler Grab vom Tübinger Stadtfriedhof im Winter

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Hauptprobleme

Im Gespräch mit vielen Hinterbliebenen aus meinem Bekanntenkreis werden vor allem folgende Hauptprobleme häufig erwähnt:

Meine Schlussfolgerung ist, dass - neben einem klaren Testament - die rechtzeitige Reduzierung des Hausstandes die entscheidende Erleichterung darstellt. Mehr dazu auf dem Abschnitt Erben und Vererben!

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Wer im Todesfall Geld sparen will

Man muss nicht im Ort, wo man wohnt, begraben werden. Vielleicht gibt es billigere Alternativen im Umland? Vorher erkundigen und in den Unterlagen notieren!

Man kann sich auch im Leichentuch bestatten lassen. Man kann auch seine eigene Kleidung anziehen.

Aufbahrung zuhause ist erlaubt.

Man darf seinen Sarg selber bauen und kann ihn auch selbst gestalten.

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Trauerfeiern

Als alter Mann, mit vielen Bekannten, die noch älter sind als ich, komme ich naturgemäß oft zu Beerdigungen, Bestattungen und Trauerfeiern. Und selbstverständlich denke ich dabei auch an mein eigenes Begräbnis und ob ich es ähnlich gestaltet haben möchte.

Ehrlich gesagt, kommen dabei oft sehr negative Gedanken auf. Es wird zuviel gelogen oder zuviel religiöses Zeugs gefaselt, obwohl die Toten gar nicht fromm waren. Manche Termine sind so ungünstig, dass man daran nicht teilnehmen kann, man hat wenige Möglichkeiten seine Trauer zu äußern oder gar zu gestalten.

Aber es gibt auch Gegenbeispiele, z.B. wenn man sich für die Feuerbestattung entscheidet. Trennt man die Einäscherung von der Trauerfeier, dann kann man diese auch z.B. auf einen Abend- oder Wochenendtermin in einen Raum legen, der dem Toten viel bedeutet hat und der bequem erreichbar ist und wo viele teilnehmen können.

Auf einem Tisch stellt man ein großes Bild mit Porträts, daneben vielleicht einige Gegenstände, die man mit dem Toten in Verbindung bringt. Ein Moderator erzählt den Lebenslauf, würdigt die Leistungen, Freunde und Bekannte steuern ihre eigenen Erlebnisse bei. Man singt gemeinsam Lieder, die dem Toten etwas bedeutet haben oder hört seine Lieblingsmusik. Dies alles ist viel persönlicher und würdiger.

Manche Bestatter haben dafür eigene Räume, z.B. Haus des Abschieds oder Haus des Übergangs genannt. Aber es auch jeder andere Raum, der sich schmücken lässt, hell feierlich und freundlich ist, ist dafür geeignet.

Ganz wichtig ist mir das gemeinsame Essen nach der Trauerfeier. Aus praktischen Gründen ist es wahrscheinlich in einem anderen Raum oder Platz. Dann darf ruhig auch etwas mehr Alkohol als sonst fließen und es schadet nicht, wenn Fröhlichkeit aufkommt. Denn die Trauerfeiern sollen ja den Überlebenden helfen, besser weiter zu leben und ihnen vor allem zeigen, dass sie ihre Zeit nützen sollen. Unser aller Leben ist immer zu kurz!

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