| Wo und wie man im Alter
wohnt ist nach Gesundheit und Finanzen das wichtigste aller Themen für Senioren. Gehören
dazu doch auch die Themen Gesellschaft, Unterhaltung, Lebenssinn, Abwechslung, Sicherheit
und vieles andere mehr. Es hat viele Vorteile, wenn
man im Alter in seinem Eigentum wohnt, auch wenn die eigene Immobilie nicht immer die
beste Geldanlage sein wird. Man kann nicht gekündigt werden und genießt auch seine
Freiheit, selbst wenn man in den Augen der anderen nicht mehr gesellschaftsfähig ist.
Allerdings sind dabei einige Aspekte zu beachten. Oft wird zuerst ein Umzug oder
Umgestaltung in eine altersgerechte Wohnung notwendig sein.
Da man damit Geld verdienen kann, gibt es
auch unzählige, kommerzielle Angebote und auch jede Menge Informationen dazu. Eine große
Rolle bei der Gestaltung des Lebensraumes spielen - neben den Architekten - Handwerker.
Einige haben diese Chancen erkannt und lassen sich auch entsprechend ausbilden und zertifizieren.
Adressen für weitere Senioren Services, die dabei hilfreich sind (z.B. Relocation
Services), findet man auch bei mir. Ich
kann mir hier also sparen auf viele Details einzugehen, dafür gibt es bessere Experten,
will aber doch einige Anregungen zum Nachdenken geben.
Praktische Tipps
Früh den Umzug in die kleinere Wohnung planen. Je älter man wird,
desto schwieriger wird alles.
Sobald die Kinder aus dem Haus sind, kann man sich auf die neue Lebens- und Wohnform
einstellen! Mit dem Verkleinern des Hausstandes auch parallel den Hausrat verkleinern.
Rechtzeitig mit dem Entleeren des bisherigen Hauses, der zu großen Wohnung, beginnen!
Es ist ein schwieriger, oft unterschätzter Prozess!
Verkleinern des Hausrates (was in der Wohnung oder in dem Haus ist) trennen vom
Verkleinern der Wohnung. Beides sind emotional sehr belastete Tätigkeiten und es ist
leichter sie in Abschnitten duchzuführen. Zuerst den Hausrat verkleinern und erst später
eine neue Wohnung suchen.
In den USA gibt es dafür einen eigenen Beruf, den Downsizer (Verkleinerer), die als
"Senior Move Managers" (Senioren Umzugshilfe, Umzugshelfer) sogar eine eigene
Organisation haben, die NASMM. Ihr
Ziel ist es, Würde und Selbstständigkeit im Alter zu maximieren. Ihre Tätigkeit umfasst
nahezu alle Aspekte, die alte Menschen betreffen und für die diese selbst wenig Erfahrung
haben, weil diese Situationen bisher in ihrem Leben noch nicht vorgekommen sind. Selbst
wenn sie früher die Eltern betreut oder deren Haushalt aufgelöst haben, die Zeiten haben
sich so rasch geändert, dass das frühere Wissen nicht mehr aktuell sein wird.
In Deutschland sind wir noch nicht so weit, aber es gibt auch hier viel Unterstützung,
sie ist nur an manchen Plätzen schwierig zu finden. Aber hier hilft das Internet. Mit den
Suchbegriffen
Umzug Senioren STADTNAME
findet man sie wahrscheinlich.
In manchen Städten haben die Stadtseniorenräte alle Fragen schon in
Broschüren beantwortet, hier ein Beispiel aus Tübingen.
Das Verkleinern, Ausmisten, Reduzieren, Vereinfachen oder wie immer man es
nennt, wird man nicht alleine schaffen. Die Hilfe der Alten untereinander ist auch
problematisch, weil oft die dazu erforderlichen körperlichen Kräfte fehlen. Am
einfachsten ist es, sich eine jüngere Hilfe zu suchen und in drei Stunden Abschnitten
sich jeweils einen Raum oder Abschnitt, am besten an einem Vormittag, da sind die Senioren
noch fit, vorzunehmen. Nach diesen drei Stunden tritt eine "Ermüdung, burn-out"
ein und man sollte dann an diesem Tag aufhören.
Das Aussortierte muss schnellstens aus dem Blickfeld verschwinden, am
besten gleich aus der Wohnung geschafft werden. Die Gefahr, rückfällig zu werden, ist zu
groß!
Den Kindern früh das überlassen, was sie später ohnehin erben werden,
auch wenn es gelegentlich weh tun wird, was sie damit anstellen.
Hat man das Verkleinern erfolgreich abgschlossen, dann geht man besser auf
keine Flohmärkte mehr und beendet auch sein e-bay Konto. Dies hilft, dass der alte
Sammeltrieb endlich abklingt!
Es ist sehr befreiend, wenn man seinen Besitz auf das Notwendige
übersichtlich geordnet und verkleinert hat. Es ist deshalb empfehlenswert, dies ganz
unabhängig von irgendwelchen späteren Umzugsplänen früh und in kleineren Abschnitten
vorzunehmen! Und man kann zusätzlich die Prämien für die Hausratsversicherung
reduzieren!
Das neue Seniorendomizil
Mit den Suchbegriffen
Leben Wohnen Alter STADTNAME
Umsorgt Leben
wird man genügend Informationen dazu finden. Broschüren, Bücher und
Dienste im Internet werden wahrscheinlich alle Fragen, auch für einen speziellen Ort,
beantworten. Hier ein ganz aktueller Buchtipp
(Februar 2010)!
Auch hier gilt, besser früh alle Entscheidungen treffen. Wer Kinder hat,
sollte diese früh in die Pläne einbeziehen. Wenn sie davon nicht begeistert sind, dann
sollte man ihnen klarmachen, dass diese Aufgabe früher oder später ohnehin auf sie
zukommen wird und es viel einfacher ist, sie gemeinsam zu erledigen.
Man muss bedenken, dass man irgendwann keinen Kredit
mehr zur Zwischenfinanzierung bekommen wird. Auch das spricht für frühe
Entscheidungen!
Die neue Wohnung muss auf jeden Fall behindertengerecht sein (d.h.
barrierefrei nach DIN 18025 oder die neue DIN 18040)!
Der Lebensbereich beginnt schon auf der Straße. Von dort bis zum
Schlafzimmer muss man auf den Zugang achten! Die meisten Probleme bei der baulichen
Anpassung aber machen die Sanitärräume.
Die gesamte Wohnfläche auf einer Ebene, keine Treppen oder Stufen.
Auch die Waschmaschine muss noch in die Wohnung passen! Ideal sind auch Nebenräume
(Keller, Trockenraum) auf dem gleichen Stockwerk.
Ein Meter breite Türstöcke, dann kommt man mit dem Rollstuhl noch
durch.
Im neuen Umfeld muss man ohne eigenes Auto auskommen können. Will
man doch ein Auto haben, dann braucht man eine leicht erreichbare Garage im Haus.
Keine Verpflichtungen, die längere Abwesenheit verhindern. Keine
Kehrwoche, kein Schneeräumen, das ist für viele ältere Seniorinnen viel zu anstregend.
Bei größeren Objekten besser die Käufer (Nachmieter) etwaige
Renovierungen machen lassen.
Je genauer man weiß, was man braucht und man will, um so leichter
wird man (oder der Makler) das neue Objekt finden.
Der Begriff "Betreutes Wohnen"
ist rechtlich nicht geschützt und daher zu flexibel.
Das neue Objekt muss schon alle modernen energietechnischen
Anforderungen erfüllen. Ansonsten muss man mit teuren, zusätzlichen Investitionen
rechnen.
Hinweise, wie man barrierefrei um- oder neubaut, gibt es auch bei
der Online Wohn Beratung
im Internet! |
Übrigens, Achtung bei den Ausschreibungen
für Mehrgenerationhäuser des BMSFJ. In diesen kann man nicht wohnen,
sondern sie dienen nur als Treffpunkt der Generationen. Aber auch dies ist ein wichtiger
Gesichtspunkt.
Wichtige Anforderungen an Mehrgenerationshäuser
(zum gemeinsamen Wohnen)
Da die Tagesrhythmen von Jungen und Alten sehr verschieden sein
können, muss auf eine gute Trennbarkeit der Lebensräume und damit auf die Möglichkeit
einer (akustischen und visuellen) Isolierung geachtet werden.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Senioren mitten in der Nacht aktiv
sind. Damit sie nicht stören, dürfen Böden nicht knarren, Fernseher und Radios müssen
nahe an den Menschen sein oder Kopfhöreranschluss haben. Und es müssen die
Sanitäreinrichtungen, ähnlich wie in Hotels, wo es das gleiche
Problem gibt, geräuscharm sein.
Ganz wichtig ist auch die Lichtisolation. Licht, das die alten
Menschen unbedingt brauchen, darf andere, die ihren Schlaf dringend nötig haben, nicht
stören. Es bedarf also guter Türen, die nicht nur akustisch, sondern auch optisch gut
isolieren.
Wichtig sind auch Signale oder Symbole, an denen man erkennt, dass
man Mitbewohner in ihren Bereichen stören darf. Bei allem verstehbaren Wunsch nach
Rückzugsmöglichkeiten muss es aber schöne Gemeinschaftsräume geben. Sie erst werden
das Potenzial von Mehrgenerationenhäusern voll ausschöpfen.
Wichtig sind ein oder mehrere Gästezimmer im Hause, damit
problemlos entweder Besuche oder temporäre Pflegekräfte im Hause wohnen können.
Steckdosen hoch legen. Dann können Kleinkinder nicht so leicht ran,
aber Senioren können sie besser benutzen.
Schlösser müssen von außen zu öffnen sein, auch wenn drinnen ein
Schlüssel steckt.
Viele diese Anforderungen sind in Neubauten leichter als in
sanierten Altbauten erreichbar. |
Dieses Problem hat immer schon existiert,
aber durch die hohe Lebenserwartung auf der einen Seite und den Untergang der
Großfamilie auf der anderen Seite hat es heute eine Dringlichkeit bekommen, wie nie
zuvor. Dazu kommen speziell in Deutschland auch noch politische Blindheit und die
Verdrängung des Problems bei den betroffenen Alten und auch ihren Kindern.
Es herrscht immer noch der Gedanke vor, für die wenigen
Wochen zum Sterben wird sich schon "eine Lösung" finden lassen und sonst kann
alles so bleiben wie es ist. Leider ist die Realität eine ganz andere. Wir sind oft
tatsächlich ratlos und unvorbereitet, wenn sich Probleme ergeben oder wenn Betreuung
notwendig ist.
Die Probleme entstehen langsam, schleichend und werden
immer mehr im Laufe eines Lebens gravierend und es gibt in der Gesellschaft keine
verbindlichen Riten oder Vorschriften mehr, wie damit umzugehen ist. Das Grundproblem ist,
dass sich die Anforderungen an das Wohnen im Alter ändern, aber die Bereitschaft sich zu
verändern gleichzeitig abnimmt. Damit schlittern viele Betroffene in eine Falle, die dann
nur noch als eine Katastrophe für alle Beteiligten bezeichnet werden kann.
Muss es wirklich immer
"Barrierefrei" sein oder genügt nicht auch "Seniorenfreundlich"?
Für neue Pflegeheime, Altenheime und andere
öffentliche Einrichtungen stellt sich diese Frage nicht: Sie müssen barrierefrei sein.
Aber für viele private Investitionen sieht die Sache ganz anders an: Der Zwang zu
Barrierefreiheit treibt die Kosten so hoch, dass die Vorhaben Utopie bleiben müssen. Ein
Bekannter, ein Architekt, hat es mir so erklärt: Es ist bei den Baukosten etwa der
gleiche Unterschied, wie zwischen einem "Rollator" und einem
"Rollstuhl", also mehr als signifikant.
Es gibt daher immer wieder Forderungen nach einer
"Barrierefreiheit light", nach "Barrierearm" oder
"Seniorengerecht", die speziell alten Menschen das Leben in den eigenen vier
Wänden viel länger als heute erlauben würde, wenn sie dabei Hilfe und Unterstützung
bekommen.
Auch eine Mischung wäre sinnvoll: Im Erdgeschoss ohne
Barrieren, in den anderen Stockwerken wie gewohnt. Dann könnte man mit "Umzug statt
Aufzug" ebenfalls Probleme lösen.
Es wäre daher angebracht, einen Katalog für
"Seniorenfreundliches Bauen" zu erstellen, der zwar keine Norm ist, aber
trotzdem ein Massenproblem drastisch lindert. Meines Wissens gibt es ihn noch nicht in
gedruckter Form, er wäre aber sowohl für Architekten, als auch für Bauherren, die z.B.
Umbauten vornehmen wollen, eine große Hilfe!
Siehe dazu auch http://www.online-wohn-beratung.de/ |
Viel zu spät werden dann die notwendigen Anpassungen
vorgenommen, unter großem Stress für die Alten, oft auch verbunden mit großen
finanziellen Belastungen. Andere Kulturen oder andere Zeiten haben dafür bewährte
Lösungen gefunden, die den Vorteil von großer Sicherheit hatten. So konnte man sich
früher in Klöster einkaufen, wo man nicht nur wohnen konnte, sondern auch ernährt wurde
und bei Bedarf auch gepflegt wurde.
Alte Bauern in meiner Ex-Heimat Österreich sind in ein
kleines Häuschen neben dem Hof eingezogen und haben dort bis zum Tod - im Schatten und
Schutz der Kinder - leben können. Gute Beispiele findet man auch in den USA, wo man sehr
frühzeitig, meist mit Pensionsbeginn, sogar den Wohnort wechselt, in ein besseres Klima
umzieht und auch bei Bedarf Pflegeunterstützung in den Seniorenkolonien vorfindet.
Nun sind dies für uns in Deutschland meist keine
Lösungen, weil wir weniger mobil sind, wir wollen im Ort bleiben, in dem wir immer gelebt
haben. Wer dennoch in den Süden zieht, z.B. nach Mallorca wird u.U. dort trotz
guter Infrastruktur dann Deutschland doch sehr vermissen.
Aber wir könnten lernen uns früher und grundsätzlicher
als bisher um den Wohnort im Ruhestand zu kümmern. Dazu sind einige mentale Hürden zu
überwinden und gesellschaftliche Veränderungen notwendig. Erstens, dass wir akzeptieren,
mit anderen alten Menschen zusammen zu sein. Dies fällt vielen außerordentlich schwer,
vor allem den Alten selbst. Es gibt nun Tricks diesen Nachteil zu mildern, z.B. dass man
in eine Altenwohnanlage prinzipiell immer auch einen Kindergarten integriert, was ich z.B.
in Frankreich gesehen habe.
Es wird auch dann leichter, wenn nicht nur Pflegefälle
angehäuft werden, sondern auch schon "junge Alte" ab 60 zusammen wohnen.
Ebenfalls attraktiv sind Gleichgesinnte, z.B. ein Haus nur mit älteren Künstlern. Auf
diese Weise kann leichter Kontakt geschlossen werden und man kann sich auch bei seinen
Aktivitäten unterstützen.
Eine für mich persönlich interessante Variante ist das
Wohnen von Senioren (mit akademischer Vergangenheit) in einem Studentenheim. Ich habe dies
selbst schon in Österreich ausprobiert und war begeistert. Die Anforderungen sind (wie
übrigens bei Seniorenautos auch) ähnlich und die
Kommunikation zwischen jung und alt ist belebend für beide Gesellschaftsgruppen. Hier
könnte man mehr experimentieren, es würde sich für alle lohnen, denke ich.
Was mir persönlich besonders wichtig ist
Das Umfeld! Wer nicht in einem funktionierenden Dorf wohnt, wo
Kontakte und Unterstützung selbstverständlich sind, sollte sich überlegen, ob nicht
Innenstädte ein guter Wohnort für Alte sind. Wenn es in Fussdistanz genügend Geschäfte
gibt, Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel, Ärzte, man genügend attraktive
Sitzgelegenheiten und Öffentliche Toiletten zur Verfügung hat, das kulturelle Angebot
stimmt, dann sind Menschen mit immer geringer werdenden Aktionsradius dort gut aufgehoben.
Lebensqualität ist immer auch Beziehungsqualität! Das heißt, die
Menschen in der nahen Umgebung sind die wichtigste Komponente!
Ich würde am liebsten in einer Wohnung in einem Haus, zwar mit
mehreren anderen Senioren, aber unbedingt auch mit jungen Familien mit Kindern wohnen.
Ideal wäre ein freundlicher Hausmeister, der nicht nur das Haus betreut, sondern auch
eine kleine Einzimmer-Wohnung, die man für Pfleger oder Besucher preiswert mieten kann.
Dies würde die vielen unnötigen Gästezimmer ersparen, die sonst schlecht genutzt sind.
Wichtig wäre mir ein Park in der Nähe, mit einem Kinderspielplatz,
als Treffpunkt. Alte Menschen schauen gerne kleinen Kindern beim Spielen zu. Auch ein
rauchfreies Cafe sollte nicht weit sein, ebenfalls als Treffpunkt, aber auch als
Rückzugsplatz.
Meine ideale Seniorenwohnung ist eher klein als groß und hat eine
spezielle Möblierung, die den wenigen Platz gut ausnützt. Sie bedarf geringer Pflege und
kann auch länger allein bleiben, wenn ich verreise. Das heißt, Blumen oder Haustiere
gibt es zwar im Haus, aber außerhalb meiner Wohnung. Klein bedeutet auch geringe laufende
Kosten. Die eigene Immobilie muss für den Seniorenstatus unbedingt entschuldet sein!
Aus der Wohnung hat man einen Blick auf eine lebendige Szene. Es
muss nicht unbedingt ein "schöner" Ausblick sein, aber der Blick aus dem
Fenster muss stets Abwechslung bieten. Dies kann ein Platz sein, ein Park, auch eine
ruhige Einkaufsstraße, und eine Fensterbank macht das Schauen bequem.
Wer ein Modell dafür sucht, man könnte es "Dorf in der
Stadt" nennen. Kontakte und Distanzen wie im Dorf, aber die Infrastruktur (Kultur,
Verkehr und medizinische Versorgung) einer Stadt. |
Die nächste Hürde sind die hohen Kosten
für seniorenfreundliches Wohnen. Auch hier muss ein Umdenken stattfinden, denn die Kosten
müssten gar nicht so hoch sein, wenn von vornherein seniorenfreundlich gebaut wird und es
damit genügend Wohnraum gibt, der von Senioren genutzt werden kann. Im Extremfall würden
nur die Kosten eines Liftes und der breiteren Korridore zusätzlich zu Buche schlagen,
alle anderen Ein- und Umbauten könnten entfallen, denn die Wohnräume können so
gestaltet werden, dass auch Nichtsenioren sie nutzen könnten.
Immer höher werden aber die Kosten im laufenden Betrieb
sein. Helle Eingänge, Wegbringen des Mülls, Schneeräumung und andere Dienstleistungen
gibt es nicht umsonst.
Wir bauen heute viel zu unflexibel, Wohnungen können nicht
bei Bedarf wachsen oder schrumpfen. Dazu kommen auch noch Schutzgesetze, die sich
außerordentlich nachteilig auswirken. So wird bei heutigem - natürlich gut gemeintem -
Mieterschutz kaum ein Senior nicht mehr gebrauchten Wohnraum vermieten, weil er sich mit
großer Wahrscheinlichkeit damit nur Probleme schafft.
Drittes Problem ist die Betreuung. Selbstverständlich kann
man diese in Altenheimen optimieren oder in speziellen Altenanlagen besonders effektiv
gestalten, aber dies ist oft gar nicht notwendig. Auch in größeren normalen
Wohneinheiten kann z.B. ein Portier, eine Concierge viele Dienstleistungen für Senioren
mit übernehmen und für Ausnahmefälle können mobile Dienste einspringen. Mit unseren
technischen Möglichkeiten sollte es doch möglich sein alte Menschen viel besser zu
vernetzen und ihnen so die Möglichkeit geben, sich auch bei eingeschränkter Mobilität
besser gegenseitig unterstützen zu können.
Es gibt auch bei uns einige Versuche kreative Lösungen
für das Wohnen im Alter zu finden, z.B. mit der Senioren - WG. Ich bin allerdings
skeptisch, dass man langfristig mit einigen Insellösungen ein auf uns zukommendes
Massenproblem erfolgreich lösen wird. Dazu bedarf es schon größerer gesellschaftlicher
Anstrengungen, vielleicht sogar unterstützt von Forschungsarbeiten, begleitet mit viel
mehr Weitsicht und Kreativität.
Man wird dabei auch auf Migranten Rücksicht nehmen
müssen, die andere Vorstellungen vom Altern haben als wir. Sie wollen vor allem in der
großen Familie alt werden und lieben einen nahen Garten.
Meine Vision ist, das die Gesellschaft endlich eine
schrumpfende Bevölkerung mit hohem Altenanteil akzeptiert und durch entsprechende Planung
die Alten auch selbstverständlich in ihre Wohnanlagen erfolgreicher als heute integriert.

Architekten, Ingenieure, Soziologen, Stadtplaner, Politiker
und Finanziers dies ist eure Herausforderung für die Zukunft. Anlagen mit 800 -
1000 Betten auf der grünen Wiese mögen sich zwar besser rechnen, sind aber nicht
seniorenfreundlich. Das Schöne an euren Lösungen ist, wenn ihr sie richtig macht, dann
werdet ihr auch selbst in den Genuß davon kommen!
Ein Erfahrungsbericht für eine
Senioren WG (in Romanform), der fast alle Probleme anspricht und auch Lösungen
vorschlägt ist von
Kai
Kühn: Die graue Kommune, Die Alternative zum Leben im Altenheim
Andere Beispiele in Deutschland
Das Bielefelder Modell: Versorgungssicherheit
ohne Betreuungspauschale
Stadtumbau in Leinefelde
Sind die in den USA beliebten Seniorenstädte (Sun Citys)
auch eine Möglichkeit für Deutschland? Viele Aspekte sind hier behandelt:
Eizenhöfer, Rebecca; Link, Alexandra (2005): Sun City in
Deutschland - ein seniorenspezifisches Wohnmodell mit Zukunft? - Möglichkeiten und
Grenzen der Übertragbarkeit amerikanischer Seniorenstädte auf Deutschland, in:
Materialien zur Regionalentwicklung und Raumordnung (M.z.R.) der TU Kaiserslautern, Band
14, Kaiserslautern, ISBN 3-933103-24-X
Leider gibt es m.W. keine objektiven Medienberichte zu
diesem Thema. Interessant wären Stellungnahmen von
Deutschen, die in den Sun Citys leben! |

Der Umzug ins Altenheim
Fast immer geschieht er zu spät und häufig ist er ein
Chaos. Hauptverantwortlich ist das negative Image der deutschen Altenheime, die meist nur
noch Pflegeheime sind, aber auch der Mangel an Heimen und Personal.
Es würde sich anbieten, für diese Lebensphase ein
Berufsbild zu entwickeln, das man in anderen Ländern findet und das dort verschiedene
Namen hat, z.B. "Downsizer".
Das ist jemand, der hauptberuflich die Umzüge ins
Altenheim plant und durchführt und seine Erfahrung dafür einsetzt, dass dies alles immer
besser läuft und menschenwürdig und ohne negative Überraschungen geschieht. Heute
machen diese Erfahrungen sporadisch jüngere Familienmitglieder und sie können aus ihrem
Einzelfall keine Lernsituationen schaffen.
Die Hauptaufgabengebiete sind beispielsweise
1. Rechtzeitiges Finden und Finanzierung des Heimplatzes
2. Einrichten des Heimzimmers, Organisation des Umzugs
3. Auflösung der alten Wohnung, Verkauf der nicht mehr
benötigten Sachen
4. Beratung und Betreuung der Senioren und der Angehörigen
(inkl. Kündigung von nicht mehr benötigten Verträgen und Versicherungen)
Die Aufgabengebiete überlappen sich und sind nicht streng
getrennt. So kann der Hausstand schon vor dem Umzug reduziert werden und dadurch ein
besserer Erlös erzielt werden. Für Möbel, Sammlungen etc. bekommt man immer einen
besseren Preis, wenn man ohne Zwang und langsam verkauft.
Ein häufig gemachter deutscher Fehler ist das Mitnehmen
alter Möbel, die oft zu viel Platz brauchen und im Altersheim gar nicht mehr zweckmäßig
sind. Hier ist es viel besser, neue Möbel zu kaufen und der "Downsizer" weiß,
wie man dies am besten macht.
Wer diese Aufgabe gut löst, wird sich eines großen
Kundenpotenzials erfreuen. Wenn es gelingt, die Stimmung von "weg aus dem alten
Platz" zu "hin zum neuen Platz" zu ändern, mit anderen Worten, wenn sich
Senioren darauf freuen, endlich in die neue Umgebung kommen zu dürfen, dann wurde ein
großes Problem perfekt seniorenfreundlich gelöst.
10 Tipps um alten Menschen bei Umzug zu helfen
- Sei freundlich! Eigentlich scheint dies
selbstverständlich zu sein, wenn man bedenkt, wie schwierig diese Situation ist. Lag die
Haushaltsführung schon im Argen, dann sind Kritik und Kommentare unangebracht. Mit dem
Packen räumt auch gleich auf und säubert, was notwendig ist.
- Hilf beim Aussortieren! Alte Menschen heben zu viel
auf. Und sie sträuben sich, wenn es ums Weggeben geht. Persönliche Erinnerungen, der
früher hohe Anschaffungspreis und langjähriger Nutzen haben den Dingen eine Seele
gegeben und man kann sie nicht leicht weggeben. Kann man sie aber einem weiteren Nutzen
zuführen, jemanden eine Freude machen oder dafür noch Geld bekommen, dann fällt vieles
leichter.
- Fotos von der alten Wohnung sind ein schönes
Souvenir und erlauben auch ein Gefühl zu bekommen, wie man die neue Wohnung ähnlich
gestalten kann.
- Ein genauer Plan der neuen Wohnung hilft, den
wenigen Raum optimal zu nutzen.
- Früh, langsam und in kleinen Schritten beginnen.
Dies alles macht den emotionalen Abschied leichter.
- Mit unsentimentalen Räumen beginnen. Dazu gehören
Keller, Dachböden, Badezimmer, eventuell auch Küchen. Schwierig sind Arbeitszimmer,
Bibliotheken, Wohnzimmer und vor allem Sammlungen.
- Eine seniorenfreundliche Umzugsplanung muss darauf
Rücksicht nehmen, dass alles langsamer, mit Rücksicht auf Gefühle und beschränkter
Leistungsfähigkeit ablaufen wird.
- Ein Umzugsunternehmen mag teurer sein, als die Hilfe
der Familie, aber es wird insgesamt für die Familie alles viel leichter, wenn Profis die
schwere Arbeit übernehmen und nicht zuviel mit Gefühlen belastet werden.
- Sei geduldig und höre dir die Stories an, die
unwillkürlich beim Durchsehen der Wohnung hochkommen. Die Erinnerung ist wichtig zum
Abschied nehmen und die Zeit dafür eine gute Investition.
- Mitarbeit hilft bei der Akzeptanz des neuen Umfeldes
und verkürzt eventuelle Wartezeiten!
|
| Alte Menschen von einem Umzug zu überzeugen, kann
schwierig werden. Es werden verschiedene Interessen aufeinander prallen. Wenn man nicht
nur seine eigene Position, sonder auch die des Gegenübers erkennt und akzeptiert, wird
manches leichter. Ziel muss immer sein, die Gesamtsituation der Familie, ALT UND JUNG, zu
verbessern. Bei großer emotionaler Anspannung hilft
Zuneigung, Ruhe und ehrliche Information. Lügen, Schönreden, aber auch Zwang und Druck
sind nicht hilfreich.
Wer mitentscheiden darf, akzeptiert die Entscheidungen
leichter. Wem man zuhört, der arbeitet besser mit. Viel Unterstützung bringt Zeit. Was
wie ein Schock wirkt, wenn man überrascht und gezwungen wird, kann nach längerer
Nachdenkphase wie eine Erlösung sein, die man gerne mitmacht.
Wichtig ist, dass alle wissen, wie man in der neuen
Situation weiter miteinander leben wird. Das schafft Vertrauen und lässt einen Blick in
eine Zukunft zu, die insgesamt für alle besser oder zumindest ertragbar sein wird, auch
wenn manches für den Senior, die Seniorin naturgemäß schlechter werden wird. |
Ich kenne in meinem Umfeld persönlich noch
niemanden, der diesen Beruf tatsächlich ausübt, obwohl es schon Lösungen für alle
Teilaspekte gibt. Ich habe nur die andere, negative Seite des Umzugs gesehen, mit Alten,
die gedroht haben sich eher umzubringen, bevor sie ins Altenheim gehen werden. Und ich
kenne auch wenige Fälle, wo dies tatsächlich passiert ist.
Meine eigenen Lehren aus diesen Beispielen sind:
1. Ich habe mir fest vorgenommen, mit 80 in ein Heim (oder eine ähnliche Einrichtung,
in der ich Schutz, Pflege und Unterhaltung finde) zu gehen, egal in welchem Zustand ich
auch sein sollte.
2. Ich habe schon jetzt, in den frühen 60ern begonnen, den Hausstand drastisch zu
reduzieren. Es ist erstaunlich, wie befreiend es ist, mit weniger auszukommen. Der
Zugewinn an Freiheit tröstet leicht über den Verlust mancher Stücke, die früher einmal
mit viel Herzblut erworben wurden oder an denen viele Erinnerungen haften.
Dass Altersheime auch sehr gut und angenehm sein können, habe ich persönlich in
Österreich erlebt. Sowohl meine Mutter, wie auch andere nahe Verwandte waren, bzw. sind,
in wirklich guten Heimen, in denen sie sich wohl fühlen und in denen man sie auch gerne
besucht. Vielleicht studiert einmal die deutsche Sozialpolitik, was die Österreicher
besser machen!

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