seniorenfreundlich.de - Senioren besser verstehen

Die Wahrscheinlichkeit im hohen Alter schlecht zu hören ist groß, besonders für Männer. Meistens kann man die Schwerhörigen leicht daran erkennen, dass sie laut reden. Die Sünden der Jugend holen uns dann ein: Zu lautes Hören und schlechte Behandlung von Ohrenkrankheiten. Dazu kommt auch noch eine größere Anfälligkeit für Tinnitus. Mit dem Älterwerden der gehörgeschädigten Walkman-Generation wird die Zahl der Menschen, die durch schlechtes Hören beeinträchtigt werden, noch weiter extrem stark ansteigen.

Wie schon im Übersichtskapitel Wahrnehmung kurz erläutert, kann man durch geeignete Präsentation und Akustik einen gewissen Ausgleich schaffen. Etwas lauter, überdeutliche Aussprache und etwas langsamer (mit Pausen), tiefe Töne betonen (z.B. durch Männerstimmen, denn hohe Töne werden ohnehin nicht mehr wahrgenommen), Störgeräusche reduzieren (z.B. in den Räumen während einer Rede die Fenster oder Türen schließen), statt Gruppendiskussionen Einzelgespräche (auf die man sich besser konzentrieren kann), die Verwendung von Mikrophonen und Lautsprechern / Kopfhörern werden helfen, dass Senioren am akustischen Geschehen teilnehmen können.

Männer mit Bart werden schlechter verstanden, als ohne Bart. Denn ganz automatisch wird die Lippenbewegung als zusätzliche Information aufgenommen. In einer größeren Gruppe gibt es immer Schwerhörige!

Dies ist enorm wichtig, denn wir sind nicht nur isoliert und abgeschnitten von vielen Informationen, wenn wir nicht mehr gut hören, sondern wir leben auch viel gefährlicher, wie jeder Verkehrsteilnehmer weiß. Nicht umsonst hat die Natur das Hören auf "Dauerbetrieb" eingestellt und wir hören deshalb auch im Schlaf. Sogar bis kurz vor dem Tode sind Menschen noch in der Lage zu hören, was für Gestaltung der letzten Stunden eines Sterbenden wichtig werden kann.

Das Internet ist eine gute Quelle sich über Hörprobleme und ihre Lösungen zu informieren. Es gibt sehr viele wissenschaftliche Daten, man kann es auch mit schweren Hörschäden benutzen (leider muss man aber immer noch gut sehen können, was vielleicht auch zum Problem wird), alle Anbieter von Hörgeräten oder Hörmitteln (wie man in der Schweiz dazu sagt) haben Informationen im Netz.

Am wichtigsten aber ist, dass Senioren selbst aktiv werden und das Problem anpacken. Nur sich abzukapseln ist auf die Dauer keine Lösung.  Es ist keine Schande im Alter schwerhörig zu werden und man ist auch nicht alleine mit dem Problem. Mit einem Hörtest kann man das Problem quantifizieren und sich nachher behandeln lassen.

Man wird etwas Geduld und fachmännische Beratung brauchen, bis man das richtige Hörgerät hat und es auch richtig eingestellt ist und man mit dem Klang und Tragekomfort zufrieden ist. Leider ist dieser Prozess teuer und er wird dadurch zu einem größeren Problem für viele, die nicht viel Geld besitzen oder schlecht versichert sind. Obwohl ich immer wieder Klagen über Hörgeräte in meiner Umgebung höre, ganz aufgeben wollen sie diese Menschen dann doch nicht. Verschärft wird das Problem, weil viele Menschen sich viel zu spät um Hörhilfen kümmern und sie dadurch den Sinn für normale Geräusche verlieren.

Gerade auf diesem technischen Sektor erwarte ich auch in Zukunft weitere Innovationen, die das Leben für alte Menschen lebenswerter machen. Aber auch schon die bestehenden Hilfsmittel können einen großen Unterschied für Betroffene und ihre Umgebung machen. So hat die Verwendung von Kopfhörern nicht nur Hörschäden verursacht, sondern auch viel zur Freude beim Musikgenuss oder Fernschauen beigetragen. Auch Klaviere und Pianos gibt es heute mit Kopfhörerausgang, so dass man nicht laut spielen muss (wie Beethoven), um die Musik auch laut zu hören.

Leichte Kopfhörer, die auch gut Umweltgeräusche abschirmen und eine Lautstärkeregelung direkt in Kopfnähe haben, können bis ins hohe Alter die Freude an der Musik aufrecht erhalten, ohne die Umgebung mit lauten Tönen zu belästigen. Es gibt sie inzwischen auch drahtlos und zu vernünftigen Preisen.

Ich verwende sie wegen meines Hobby des Musiksammelns selbst oft und achte darauf, dass sie nicht zu laut eingestellt sind, damit mein gutes Gehör noch lange erhalten bleibt.

Auch für Telefone gibt es Hörhilfen, für Wecker und Klingeln Ersatz mit optischen Reizen oder Vibrationen, einfach bei den Seniorenshops nachsehen.

Medienmacher in Rundfunk und Fernsehen müssen noch lernen, im Zweifel für seniorenfreundliche Lösungen zu stimmen. Ein häufiges Beispiel für eine schlechte Lösung ist die Art, wie mit Übersetzungen umgegangen wird. Die Übersetzung wird zusätzlich zum nach einigen Sekunden reduziertem Originalton gesprochen. Der Effekt für Hörgeräteträger ist, dass sie beide nicht mehr verstehen können, auch wenn sie sich konzentrieren. Die seniorenfreundlichere Lösung wäre den Originalton ganz abzudrehen und eventuell noch den übersetzten Text (oder eine Kurzfassung davon) als Untertitel einzublenden.

Zusammenfassung und Checkliste

Bei einem größeren Publikum sind immer Schwerhörige dabei

Technische Hilfsmittel müssen eingesetzt werden

Wer unnatürlich laut redet, ist meist schwerhörig

Etwas lautere, überdeutliche Aussprache und etwas langsamer

Umgebungsgeräusche drastisch reduzieren

Akustische mit optischen Informationen kombinieren

Früh auf Hörgeräte umsteigen!

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Blumengrüße aus Tübingen

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