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Sie gelten als das neue Wundermittel, um Seniorinnen und Senioren an die Segnungen der Digitaltechnik heranzuführen. Und zu einem großen Teil ist diese Hoffnung sicher auch berechtigt. Aber wenn man genauer hinschaut, dann sieht man auch einige Enttäuschungen. Es lohnt sich daher, mehr über diese nützlichen Tablets (oder Tablet PC) zu wissen.


Das kaufen meine LeserInnen (2016-12):

ACEPAD A96 10 Zoll (9.6") Tablet PC 3G (Dual-SIM) 48GB IPS HD 1280x800 Quad Core Android 5.1 WIFI WLAN USB SD (Schwarz mit Tastaturtasche)

ACEPAD A96 10 Zoll (9.6") Tablet PC 3G (Dual-SIM)

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Was sind Tablets?

Es sind handliche Geräte, mit denen man bestimmte digitale Inhalte konsumieren (anschauen oder anhören) kann. Sie werden zu einem relativ niedrigen Preis vertrieben, damit man dann später die teuren Inhalte kauft. Wenn man dies weiß, wird man auch nicht enttäuscht, dass man nicht ALLES (wie bei einem richtigen Computer) damit machen kann, dass man die Inhalte nicht weitergeben kann und dass man sich fast überall mit einer Anmeldung (z.B. Email Account) ausweisen muss.

Auch sind Tablets nicht für die Ewigkeit gedacht. Selbst wenn die Hardware, inklusive des eingebauten Akkus lange funktionieren sollte, ein Wechsel der Angebote oder neue Weiterentwicklungen im Betriebssystem lassen sie schneller veralten, als es einem lieb sein kann. Man kauft also vorzugsweise immer ein neues Modell. Das erhöht die Chance, es lange benutzen zu können.

Tablet PC

Tablets sind sehr bedienungsfreundlich. Ihr handliches Format zwischen einer A5 und einer A4 Seite (oder zwischen 7 Zoll und 10 Zoll Bildschirmdiagonale) und ihr meist geringes Gewicht (ab 180g bei Readern) erlauben echte mobile Benutzung. Der Bildschirm dient gleichzeitig auch zur Steuerung, die Benutzung mit den Fingern ist auch von Alten noch möglich. Tablets haben keine Maus und (meist) auch keine externe Tastatur.

Vieles läuft intuitiv und ist der Bedienung eines Smartphones sehr ähnlich. Ein kurzes Tippen entspricht einem Mausklick, ein längeres Berühren entspricht der rechten Maustaste.

Tablets müssen regelmäßig mit Energie versorgt werden, das heißt aufgeladen werden. Die Intervalle sind sehr unterschiedlich, das kann einmal am Tag (oder besser in der Nacht), aber auch sehr viel länger sein. Dazu dient meist ein USB Kabel, das entweder an einem Netzgerät oder an einem anderen USB Ausgang hängt.

Fast jedes Tablet braucht (zumindest zum Aufladen neuer Inhalte) einen Internetzugang. Meist genügt dazu WLAN (Wi-Fi), wer überall Zugriff auf das Netz haben will benötigt ein eingebautes UMTS Modem, in den Specs meist mit 3G angegeben.

Die Anwendungen für ein Tablet heißen "APP". Sie muss man in einem "Store" (z.B. Google Play von Google oder den App Store von Apple) erwerben, vieles dort aber gibt es auch gratis. Es gibt unzählige Apps, was aber für Senioren nicht immer nur ein Vorteil ist. Will man ein Tablet verkaufen oder zurückgeben, dann ist es sehr einfach, alle Inhalte darauf zu löschen.

Kleine 7 Zoll Tablets haben sich gut als Senioren MP3 Player bewährt. Mit Bluetooth für einen guten Sound über externe Lautsprecher oder Kopfhörer und der richtigen Software (z.B. Jet Audio Plus) kommen auch Seniorinnen zurecht, wenn jemand mit guten Kenntnissen das Tablet für sie eingerichtet hat und die Benutzung mit ihnen geübt hat.

Viel Aufhebens wird um die Betriebssysteme gemacht. In der Praxis dienen sie aber im wesentlichen nur dazu, die Inhalte von einander abzuschotten (bei Apple nur i-Tunes etc). Für die Bedienung selbst sind sie eher Nebensache. Ich schätze mal, nur drei werden lange bestehen: Android (von Google), iOS (von Apple) und Windows (von Microsoft).

Wer nur surfen, skypen (Bildtelefon) oder gelegentlich eine E-Mail senden oder beantworten will, für den reicht tatsächlich ein Tablet und WLAN. Wer aber viel tippen will oder muss, was ausdrucken will, komplexere Arbeiten am Rechner machen will, wie z.B. Filme schneiden etc., der wird mit einem Tablet allein nicht glücklich werden. Auch wer größere Datenmengen lokal (und nicht in einer Cloud) speichern will, wird einen Rechner zusätzlich brauchen.


Eine interessante Entwicklung ist das ASINA Seniorentablet. Ein Samsung Tablet, aber komplett eingerichtet und mit Unterstützung versehen, so dass es auch die Großeltern beherrschen (sagt die Werbung). Ich habe es selbst nicht getestet, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Konzept funktioniert. Ich habe übrigens eine Fernwartung auch bei meinem Hauptrechner eingerichtet, so dass mein Sohn mich leichter aus der Ferne unterstützen kann. Sie macht sehr viel Sinn!


Wer als Digital Native ein Tablet für Senioren verschenken will, sollte folgendes beachten:

Der Einsatz macht meist nur Sinn, wenn man pauschal (mit einer Flatrate) auf das Internet zugreifen kann.

Gleich zu Beginn eine Displayschutzfolie anbringen. Wer die Übung dazu nicht hat, kriegt es selbst nicht hin. Sie lässt sich jederzeit rückstandsfrei ablösen.

Unbedingt die Anmeldung selbst machen. Sie dürfte Senioren überfordern (wer von ihnen kennt schon das Netzwerk Passwort).

Eine passende Brille aufsetzen lassen. Es wird die gleiche sein, die man zum Lesen eines Buches braucht.

Immer wieder betonen, dass man keinen Schaden anrichten kann. Selbst wenn man alles zurücksetzt, aber nichts gekauft hat, kann man ein Tablet im Nu wieder einrichten.

Mit wenigen APPS beginnen, am besten zuerst mit nur einer.

Eine gute Anwendung ist das Schauen von YouTube Videos. Sie überzeugen leicht, was man versäumt, wenn man sonst nur das Fernsehen kennt.

Auch Landkarten sind für vielgereiste Menschen ein großer Schatz. Hier hat das mobile Herumtragen ein Vorteil, der nur mit dem Tablet PC und sonst keinem anderen Rechner möglich ist.

Gemeinsam die Bedienung üben. Auch wenn alles leicht erscheint, was neu und ungewohnt ist, ist immer schwierig.

Anstelle der Finger ein Hilfsmittel (Touchpen) verwenden, das verschmutzt die Oberfläche weniger.

Unbedingt gleich eine passende Hülle dazu schenken, eine die das Gerät auch schützt, wenn es runter fällt.

Üben, wie man erkennt, dass das Tablet aufgeladen werden muss und auch das Aufladen üben.

Fürs gemeinsame Üben bewährt sich ein BlueTooth Lautsprecher. Dann können beide gut hören, was gerade auf dem Tablet vorgeht. Tablets ohne Bluetooth sollte man nicht mehr kaufen.

Geduld, Geduld, Geduld. Es dauert sehr viel länger, als man denkt, bis Senioren so viele Funktionen kennen und beherrschen, dass ein Tablet überhaupt Sinn für sie macht.

Das Internet sieht wesentlich anders aus, wenn man es mit einem Tablet oder einem anderen mobilen Gerät, betrachtet. Selbst erfahrene Surfer müssen daher zuerst etwas umlernen, wenn sie einem Neuling die Vorteile des Netzes zeigen wollen.

Die Welt der Tablets ist papierlos. Es braucht einige Zeit, um dies zu akzeptieren! Etwas Erleichterung schaffen da Screenshots. Sie sind auf allen neueren Tablets möglich, bei Android (ab 4.0) z.B. durch gleichzeitiges Drücken von AUS und LEISER. Sie kann man dann mit einem angeschlossenen Rechner ausdrucken.

Tablets sind ideal zum Verleihen. Bibliotheken sollten diese Chance ergreifen.

Wer Tablets viel im Freien verwenden will, muss wahrscheinlich noch auf bessere Hardware warten (Stand 2015-09). Fast alle, die ich getestet habe, spiegeln ganz entsetzlich. Ideal wären die positiven Eigenschaften eines Kindle (6 Zoll, immer und überall gut lesbar, lange Laufzeit) mit der Unabhängigkeit von Android Tablets.


Eine der häufig eingebauten Schwachstellen bei billigen Tablets sind die Kopfhörerbuchsen. Defekte Tablet Kopfhörerbuchsen sind meist unreparierbar, aber sie sind bei einem BlueTooth Tablet auch gar nicht wirklich nötig. Mit einem preiswerten Bluetooth Receiver oder Audio Receiver kann man nicht nur Kopfhörer kabellos anschließen, sondern auch jedes andere Audiogerät mit einem Audioeingang, z.B. auch die Verstärkeranlage oder das Autoradio.



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