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Praxistipps erfolgreicher Tanzleiterinnen

Ich tanze seit meinem 14. Lebensjahr, meine um einige Jahre ältere Schwester hat mich dazu angeleitet und nur unterbrochen durch berufsbedingte Pausen habe ich mein ganzes Leben getanzt und es bis heute (inzwischen, 2014, bin ich 70) sehr genossen.

Die Motivation zum Tanzen ändert sich im Laufe des Lebens. War die Bewegung zur Musik in jungen Jahren eindeutig auf die Partnersuche fixiert, später dann als gemeinsames Vergnügen für Paare wichtig, so werden für Senioren und Seniorinnen der Aspekt der Gemeinschaft und der Fitness zum dominierenden Grund.

Es freut mich immer wieder zu sehen, wie gerne alte Menschen, vor allem die Frauen, tanzen und wie gut es ihnen tut. Es werden nicht nur körperliche Fähigkeiten, wie der Gleichgewichtssinn, damit trainiert. Wer tanzt muss sich auch konzentrieren und vergisst so leicht seine kleinen und größeren Probleme. Tanzen erleichtert und befreit den Geist. Und selbstverständlich sind auch die sozialen Kontakte, die damit geknüpft werden, gerade für die alten Leute besonders wichtig.

Kreistanz

Mit dem frühen Wegsterben der Männer, dem oft auch eine längere Phase der Inaktivität vorangeht, verliert der klassische Paartanz an Bedeutung. Anfangs versuchen es die Frauen als Paare, aber die konsequente Antwort ist das Seniorentanzen ohne Partnerzwang. Es unterscheidet sich von einer jüngeren Klientel (z.B. beim Linedance) nur dadurch, dass Springen oder Hüpfen nicht mehr vorkommt. Und die bevorzugten Zeiten sind am Vormittag (da sind alle noch fit) und nicht mehr am Abend.

Line Dance

Deutsche Tanzschulen bieten kaum spezielle Kurse nur für Senioren an. Lediglich Volkshochschulen sind meist offen für alle Altersstufen. Hier herrscht echter Nachholbedarf an Angeboten für eine immer älter werdende Klientel.

Seniorentanzen mit dem Tablet oder Smartphone und Bose® SoundLink

Ich habe mir im November 2012 auch einen neuen, kleinen Aktiv-Lautsprecher (Bose® SoundLink Bluetooth Mobile Speaker II dunkelgrau) gekauft, nachdem ihn einige meiner Freunde schon getestet und ihn für gut empfunden haben.

Er ist etwa so groß wie ein dickes Buch und wiegt auch so viel (mit Akku 1307 Gramm). Er kann sowohl von jedem Gerät mit Audio Ausgang (Line- oder Kopfhörer-Ausgang) oder kabellos mit Blue Tooth angesteuert werden. Die Bedienung ist seniorenfreundlich, mit nur 6 Tasten, gut sichtbar auf der Oberseite: Ein-Ausschalter, zwei Tasten für die Soundquelle (AUX fürs Kabel, Buetooth für kabellos), Lautsprecher stumm, Ton lauter, Ton leiser. Auch die Aktivierung des Blue Tooth Links ist bei meinem preiswerten Android Handy sehr einfach gewesen.

Die Besonderheit ist ein wirklich guter Klang, sowohl bei niedrigen Lautstärken als auch bei sehr hohen Lautstärken, die auch für kleine Tanzkreise ausreicht. Sind die Akkus von Smartfon und Lautsprecher aufgeladen, kann man damit überall bis zu 6 Stunden Musik hören, auch im Freien oder auf der Berghütte, ohne Kabel und ohne Stromanschluss. Und beide zusammen sind so leicht, dass man sie wirklich überall hin mitnehmen kann.

Zwei offensichtliche Nachteile verdränge ich vorerst: das Gerät ist teuer (um die 300 Euro) und der Akku ist fest eingebaut und kann nur durch den Kundendienst ausgetauscht werden. Update 2016: er funktioniert immer noch! Aber es gibt inzwischen nur noch ein Nachfolgegerät zu kaufen. Angesichts der riesigen, viel billigeren Konkurrenz kann ich es nicht mehr empfehlen. Vielleicht tut es auch ein viel preiswerterer, z.B. der Bluetooth Lautsprecher TaoTronics mit 14W? Das Angbot ändert sich rasch!


Pairing Probleme, die im Laufe der Zeit entstehen (z.B. zwischen mehreren Tablets und dem Lautsprecher), behebt man, indem man auf dem Lautsprecher die Bluetooth Taste so lange drückt (gute 10 Sekunden) bis ein Doppel-Beep ertönt. Damit löscht man die Liste der im Lautsprecher gespeicherten Bluetooth Geräte. Dann Reset (10 Sekunden Stumm Taste) drücken (dies setzt die Firmware des Lautsprechers auf Ausgangsbasis zurück), Soundlink Lautsprecher wieder einschalten, Bluetooth Taste drei Sekunden drücken und auf dem Tablet erneut den Soundlink II Lautsprecher verbinden.
Auf dem Tablet erstens Bluetooth aktivieren, zweitens bei Einstellungen Bose Soundlink Wireless Mobile Speaker verbinden. Einmal gemacht, funktioniert dies wieder so lange, bis mehr als 6 verschiedene Bluetooth Sender (Tablets) verwendet werden. Dann akzeptiert der Lautsprecher keine neue Bluetooth Verbindung mehr.


Für kleine Tanzveranstaltungen ist das Ansteuern über das kleine Smartfon ein großer Segen. Man hat damit auch eine praktische Fernbedienung, kann als Tanzlehrer(in) beliebig die Musik unterbrechen und neu starten, ein großer Vorteil, wenn man keinen eigenen DJ hat. Für den Haustanzkreis reicht diese Ausrüstung völlig aus.

Seniorentanzen mit einem Tablet PC und einer PA Anlage

Viele TanzleiterInnen haben es satt, immer eine Menge CDs mit zu schleppen, wenn sie Tanzkurse geben. Die Lösung für das Problem sind Tablets (mit entsprechenden Apps, ich verwende JetAudio Plus, kostet nur wenige Euros). Mit eingeschaltetem Bluetooth am Tablet und einem Audio Receiver BlueTooth an der Verstärkeranlage (PA) braucht man auch kein Kabel mehr vom Kopfhöreranschluss (eine bekannte Störungsquelle).

Mit Tablets kann man nicht nur Musik abspielen, sondern auch Videos zeigen, die eine immer größere Rolle beim Vermitteln von Tänzen spielen. Auf dem Tablet kann man die Schrift groß genug wählen (im Vergleich zum Smartphone), die Handhabung ist (im Vergleich zum PC) wesentlich einfacher und die Kosten sinken ständig. Dafür aber eignet sich das Smartphone aber auch als gute Fernbedienung. Update 2016: als optimal haben sich 7" Tablets, z.B. MEDION LIFETAB P7331 (MD 99195) 17,8cm (7" Zoll) heraus kristallisiert.


Besonders geeignet für Menschen, die intensiver tanzen wollen, sind Volkstänze, vor allem wenn man dazu keine gleiche Anzahl Männer braucht, denn an ihnen mangelt es doch schon oft. Kreistänze sind meist leicht zu lernen und mit ihnen ist man vom Zwang eines Tanzpartners befreit. Sie eignen sich gut für Tanzvorführungen, z.B. für andere Senioren. Da die Anzahl der Seniorinnen ständig wächst, wächst auch der Bedarf an Seniorentanzleitern und Seniorentanzleiterinnen.Es gibt dazu in Deutschland eine Ausbildungsmöglichkeit beim Bundesverband Erlebnistanz. Auch wenn man mit diesem Beruf wahrscheinlich nicht reich wird, er ist sehr befriedigend und hält fit! Anleitungen und Utensilien gibt es in einem speziellen Tanzversand.

Tanzvorführungen von Senioren bekommen besonders großen Applaus. In den Altersheimen wird man dann nur noch zuschauen, bei jüngerem Publikum kann man auch zum Mitmachen animieren! Bei der Landesgartenschau in Horb 2011 war das Seniorentanzen eine der Hauptattraktionen. Zur Eröffnung kamen über 2000 Tänzerinnen und Tänzer aus dem ganzen Land und wöchentlich gab es einen Tanznachmittag, der sehr gut besucht war.

Eine Tanzform, die fast ausschließlich für Senioren bestimmt ist, ist das Tanzen im Sitzen.

Wer denkt, das ist doch Unsinn, der irrt gewaltig. Diese Bewegung zur Musik ist fast genauso erfrischend, unterhaltsam und für die Tanzlehrerinnen herausfordernd, wie andere Tanzformen. Aber es belastet wenig die Knie- und Hüftgelenke. Die Hilfsmittel dafür sind vielfältig, besonders beliebt sind die Jongliertücher, Tanz- oder Chiffon-Tücher. Sie sind ganz leicht und schweben sogar kurz in der Luft, was sie universell einsetzbar macht.

Senioren - Diskotheken, Tanzcafes für Senioren

Sie erfüllen eine wichtige Aufgabe, aber sie sind ein karges Geschäft. Alte Menschen verfügen meist nicht über genügend Geld, damit sich die Sache auch rechnet. Wenn es Konkurrenz gibt (wie in Großstädten), dann passiert leicht ein gnadenloser Konkurrenzkampf. Aber wer es trotzdem versuchen will, hier sind einige Anforderungen

Seniorentanzen - Erlebnistanz

Seniorendiscothek Berlin

Ein Loblied aufs Tanzen

www.Tanzab30.de
Das Internet-Portal für Leute ab und über 30 Jahre mit einer Auflistung kultivierter Tanz-Locations in Deutschland


Praxistipps erfolgreicher Tanzleiterinnen - Tanzmethode Christa Hug (Tübingen)

Ein eigener Diskjockey ("Kapellmeister") erleichtert die Arbeit enorm.

Damit die Musik mitreißend ist, muss sie auch laut genug sein.

Musik zum Erinnern oder Einstimmen nur kurz anspielen (lassen).

Das Angeben der Musiktitel, Erklären von (eventuellen) Text oder bilderreiche Anekdoten zur Musik verstärken das Erinnern.

Musikquellen angeben, damit auch Zuhause geübt werden kann. Sie sind fast alle kaufbar im Internet.

Keine zu langen Trockenübungen (ohne Musik).

Wirklich nur die schwierigen Passagen trocken üben. Am besten durch Vormachen!

Musik erleichtert ungemein das Lernen und hilft optimal beim Merken der Schritte und Figuren.

Daher Musik früh einsetzen.

Immer die gleichen Merkregeln (z.B. Vor, Seit, Schluss) und Tempoangaben für Schritte (z.B. lang, kurz, kurz) verwenden

Wann immer möglich, selbst - auch als Leader oder Caller -, vor- und mittanzen.

Dabei die Tanzpositionen wechseln, damit alle besser sehen.

Auch neben die schwächsten Teilnehmer stellen, so kommen diese am leichtesten mit.

Zum Beginn einen wirklich leichten, rhythmischen Tanz zum Aufwärmen.

Zum Schluss einen leichten, ruhigen Tanz mit melodischer Musik zum Abschied.

Tänze mit viel Hüpfen oder Springen, so wie länger als 4 Minuten, eignen sich meist nicht für Seniorinnen.

Optimal zum Seniorentanzen in Räumen sind Jazzschuhe oder Schläppchen, beide mit Rauledersohle.

Paartanzschuhe aller Art, Schuhe mit hohen Absätzen oder solche mit Gummisohle sind ungeeignet.

Spätestens nach 30 Minuten eine kurze Pause.

Genügend Mineralwasser anbieten oder mitnehmen, Tanzen macht durstig.

Keine zu langen Pausen, sonst geht der Schwung verloren.

Präzise Angaben stets kurz vor der Anwendung angeben. Das ist schwierig und muss geübt werden.

Demonstrationsvideos entweder von hinten oder optimal mit Kopfkameraeffekt selbst machen.

Kopfkamera: der Kameramann steht vor den Tänzern, aber hält die Kamera von oben verkehrt rum. Dadurch ensteht der Eindruck, dass man sich selbst aufnimmt, aber die Kamera bleibt dabei ruhig. Funktioniert mit jeder tragbaren Digitalkamera!

In Fortgeschrittenenkursen keine Anfänger oder Lernunfähige mit aufnehmen, das demotiviert alle.

Immer wieder Schnupper- und Anfängerkurse anbieten.

In den Anfängerkursen Grundaufstellungen und Handhaltung wiederholt erklären.

Eine einfache Merkregel für die Handhaltung bei den meisten Kreistänzen: Alle Daumen zeigen nach Rechts!.

Zum Tanzen Ringe mit Steinen ablegen. Man kann sich an ihnen verletzen.

Neue Tänze im kleinen Kreis (8 oder 12 Leute) testen.

Viele Tanzformen anbieten: Zum Beispiel Line, Kontra, Rounds, Kreis, Gasse, Square etc. Abwechslung belebt!

Neuen Tanzlehrern Zeit und Raum zum Üben geben.

Tanzlehrer im Tandem können sich gut vertreten.

Frühzeitig die Nachfolge regeln. Tanzleiter, die nicht mehr selbst tanzen können, haben es schwer.

Optimal sind regelmäßige wöchentliche Tanzstunden.

Für Senioren am besten am Vormittag um 10h.

Einige sichere Tänzerinnen beschleunigen das Lernen in Anfängerkursen ungemein.

Namensschilder (mit Kreppband und Filzstift) fördern die Kommunikation.

Handys / Tablets und tragbare Bluetooth Lautsprecher erleichtern die Mobilität der Kursangebote.

Ein drahtloses Mikrofon als Headset schont die Stimme.

Auch wenn Ausbildungskurse vielleicht andere Inhalte vermitteln, die obigen Tipps haben sich bewährt!

Christa Hug
Tanzlehrerin Christa Hug aus Tübingen (2016)


Wer das Seniorentanzen fördern will, muss unbedingt immer einen kleinen Tanzkurs dazu anbieten. Jeder DJ ist also gleichzeitig auch Animateur und sogar Tanzlehrer. Viele Tanzkenntnisse schlummern, verdeckt von langen Berufsjahren, wo man dafür keine Zeit hatte und sie müssen geweckt werden. Fast immer genügt es, die Hilfe von mutigen Tänzern dazu in Anspruch zu nehmen, die dies gerne tun und so den anderen auf die Sprünge helfen, wieder selbst zu tanzen.

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