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Die Menschen in Deutschland werden immer älter, sie haben immer weniger Kinder und mehr junge Familien wandern aus, als Menschen aus dem Ausland zuziehen. Die Folge ist eine "Alternde Gesellschaft" in Deutschland.

Dies ist ein Megatrend, also eine Entwicklung, der man kaum entkommen kann. Es lohnt sich deshalb darüber zu spekulieren, was damit auf uns zukommen wird. Die folgenden Überlegungen mögen zwar plausibel erscheinen, aber ich kann sie nicht belegen. Sie sollen vor allem dazu dienen, sich Gedanken zu machen, was mit der Alternden Gesellschaft in Deutschland passieren wird.

Meine generellen, langfristigen Prognosen

Wir werden viel länger, aber anders als heute, arbeiten.

Wir werden weniger vererben.

Wir werden uns schon in jungen Jahren um die eigene Altersvorsorge kümmern.

Unsere Welt wird wesentlich seniorenfreundlicher (z.B. alle Neubauten sind barrierefrei, Tempo 130 auf der Autobahn).

Deutschland wird endlich auch kinderfreundlich.

Die Zwei-Klassen-Medizin wird selbstverständlich. Wir werden auf Kosten der Allgemeinheit nur noch eine medizinische Grundversorgung haben.

Mehr Geld für Prophylaxe, weniger für Hypochonder.

Wir werden Lösungen für die Behandlung der Demenz finden.

Statt Seniorenunterhaltung wird es mehr Seniorenbildung geben.

Die alternde Gesellschaft wird übrigens generell immer weiblicher werden. Noch sterben Männer wesentlich früher als Frauen und es ist keine dramatische Änderung der Lage in Sicht. Ein weiterer, genereller Punkt ist das Nachlassen des Interesses an Sexualität. Die klassische Gender- Diskussion wird uninteressant, das Alter wird wesentlich mehr durch die Unterschiede in Bildung und Einkommen geprägt.

Meine Quelle ist die Beobachtung der Senioren in (West-) Deutschland, aber auch bei ihrem geballten Auftreten in den Seniorenhotels im Mallorca, wo viele von ihnen überwintern. Dieser Beitrag ist keine wissenschaftliche Untersuchung, sondern eher eine private Meinungsäußerung. Vielleicht ist er stellenweise zu pessimistisch. Aber ich hoffe, er ist trotzdem nützlich und anregend.

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Ein großer Vorwurf ist der Egoismus, den man den Alten vorhält. Er ist auch ein gutes Beispiel, wie das Leben die Menschen geprägt hat. Eine ältere Bekannte hat mir erzählt: wie ich ein Kind war, musste ich tun, was mir meine Eltern gesagt haben, dann habe ich jung geheiratet und ich musste tun, was mein Mann wollte, dann kamen die Kinder und sie haben mein Leben bestimmt, später wurden die Eltern Pflegefälle und ich musste mich um sie kümmern. Erst jetzt mit 66 kann ich tun, was ich will!

Um es gleich vorwegzunehmen, unsere Lebensumstände werden sich durch die alternde Gesellschaft eher verschlechtern als verbessern. Die Grundlage dieser Behauptung leite ich von den Individuen selbst ab. Ältere Menschen haben ein schärferes Profil, ihre Eigenschaften werden ausgeprägter, wie mir scheint, überwiegend in die negative Richtung gehend. Wer als junger sparsam war, wird im Alter geizig, wer gerne den Ton angegeben hat, wird machthungrig, wer gerne diskutiert hat, streitsüchtig. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Starrheit, Sturheit, Passivität, Desinteresse an der Zukunft sind damit eher anzutreffen, als Toleranz, Flexibilität und Aktivität.

Diese Behauptung gilt natürlich nicht generell, es gibt immer erfreuliche Ausnahmen. Und man kann dieser Entwicklung auch gegensteuern, konkrete Vorschläge befinden sich dazu auch hier. Und ich hoffe auch darauf, dass es weiterhin chic sein wird, mental jung zu bleiben. Da kann so ein Spiegelbild, wie dieser Beitrag und ist er auch nicht immer erfreulich, doch ganz unterstützend sein.

Themenkreise

Finanzen

Mobilität

Recht

Medizin

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Finanzen 

Nur reiche Gesellschaften werden alt. Es bedarf u.a. guter Ernährung, guter Bildung, einer guten medizinischen Versorgung, um alt werden zu können. Da dies alles Geld kostet, bleibt generelles hohes Alter den Armen unser Welt versagt. Wenn man übrigens einen Schnelltest, ohne Kenntnis von Statistiken, machen will, wie wohlhabend Gesellschaften sind, dann muss man sich nur die Zähne alter Menschen ansehen. Sie sagen erstaunlich viel aus.

Wenn wir also spekulieren wollen, dass "Alternde Gesellschaften" ärmer werden, dann passiert dies von einem relativ hohen Niveau aus gesehen. Es leuchtet ein, dass je weniger Menschen arbeiten, desto weniger auch erwirtschaftet wird. Aber kann nicht auch das angesammelte Vermögen der Alten zum Wohlstand beitragen? Oder deren Wissen und Erfahrung? Eine Bank hat nicht viel andere Ressourcen und kann davon gut leben!

Und wer sagt, dass alte Menschen generell nicht mehr produktiv sind?  Vielleicht ist nur unser Lebenslayout falsch? Aber unstreitbar ist, dass Pflegefälle arm machen, auch wenn einige daran gut verdienen können.

Ich würde - zugegebenermassen ohne gründliche Analyse  - schätzen, dass "Alternde Gesellschaften" nicht mehr viel reicher werden. Sie werden bestenfalls auf hohem Niveau stagnieren oder leicht wachsen. Ihre Wirtschaft wird kaum mehr dynamisch zunehmen, relativ gesehen werden sie also verarmen.

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Ähnlich sieht die Situation für ein Individuum aus, zumindest in Deutschland. Unser gängiges Lebensmodell ist, mit etwa 60 in Rente oder in Pension zu gehen und dann etwa noch 20 Jahre (für Männer) oder etwas länger für Frauen ohne zusätzliches, nicht mehr wesentlich wachsendes Einkommen zu leben.

Diese Zeit muss finanziert werden. Denn sonst bleibt noch zu viel Leben übrig, wenn das Geld zu Ende ist, wie es ein Philosoph formuliert hat. Wir sind gerade dabei uns vom Generationenvertrag in Stufen zu verabschieden, der nach dem Kriege eingeführt wurde, weil alles kaputt war und mehr auf Selbstfinanzierung umzusteigen. Aber ich will hier gar nicht gross in alle Facetten der Rentendiskussion einsteigen, Tatsache ist, dass wir im Alter mit viel weniger Geld auskommen müssen und dieses Geld auch nicht mehr wird, sondern eher abnimmt.

So wird nun, ganz egal, wie gut die Ausgangslage der Best-Ager auch war, dass viele zu den Reichsten gehörten, ihr subjektiver Eindruck werden, dass sie immer ärmer werden. Jede Steuererhöhung, jede Inflation, und sei sie noch so gering, jeder teure medizinische Fortschritt, sie alle verringern den finanziellen Spielraum der alten Menschen.

Es ist also kein Wunder, dass sie immer mehr sparen werden (müssen), dass Geiz und Neid die Medien beherrschen werden. Ein Rentner mit 1100 Euro Rente (das war 2004 der Durchschnitt für deutsche Männer, etwa 650 Euro für Frauen) wird sehr empfindlich für Vergleiche, z.B. mit Pensionen (deren Zukunft mir allerdings auch ziemlich unsicher erscheint) oder Gehälter aktiver Führungskräfte.

Nun wäre dies weiter nicht so tragisch, wenn dies nicht dem Populismus Tür und Tor öffnet. Da in der Wählerschaft der Anteil alter Menschen stark wächst, kann man mit einfachen, aber falschen Rezepten leicht viele Stimmen gewinnen. Für die Gesellschaft insgesamt führt dies dann zu schlechten Entscheidungen, die unser Land ärmer machen werden.

Wir sehen dies heute schon an den vielen Reformstaus, die notwendige Reformen nicht mehr politisch durchsetzbar machen und sehr viel Geld kosten, wenn wir dadurch weniger wettbewerbsfähig sind.

Zusammenfassung: Was nun das Geld anbelangt, so wird die "Alternde Gesellschaft" nicht mehr viel reicher werden, Individuen werden relativ gesehen sich immer ärmer vorkommen und sich als Verlierer fühlen, Neidthemen werden die Medien beherrschen und schmerzhafte Entscheidungen, die in die Zukunft gerichtet sind, werden sich verzögern.

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Mobilität

Je älter Menschen werden, desto kleiner wird in der Praxis ihr Aktionsradius. Gesundheitliche Einschränkungen (z.B. Arthrose oder Inkontinenz) sind meist der Hauptgrund, aber auch fehlendes Geld, mangelnde Motivation und Reisebegleitung führen dazu, dass die Schritte in die grosse weite Welt entweder immer kleiner werden oder man sich nur noch auf bekannte Ziele beschränkt.

Das heißt nun nicht, dass Senioren wenig reisen, ganz im Gegenteil. Wenn die Generation 60+ merkt, dass es bald nicht mehr so laufen wird wie früher, beginnt ein wahrer Reiseboom, der meist damit endet, dass man sich dann auf einer Reise übernimmt, die Strapazen nicht mehr schafft und etwas ernüchtert kürzer tritt.

Mit 70+ wird dann schon mit etwas mehr Vernunft verreist, innerhalb der Grenzen, die man schon schmerzlich erfahren hat. Oft ist auf diesen Reisen schon medizinische Betreuung notwendig, für 80+ wird dies schon sehr häufig der Fall sein. Für viele ist dies dann auch der Grund nicht mehr ins Ausland zu fahren oder nur noch zu Zielen mit deutschsprachiger Infrastruktur, z.B. nach Mallorca oder auf die Kanaren.

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Zum Lebensende überlegen sich auch viele Menschen auf Dauer in eine wärmere Gegend zu ziehen, das bedeutet im Normalfall eine Übersiedlung ins Ausland. Hierzu hat es schon viele Versuche gegeben, mit häufig großer Enttäuschung. Leider verfügt Deutschland wie die USA über keine Florida oder Arizona, wo man innerhalb des vertrauten Staatsgebietes das Leben beschließen kann.

Es sind zwei Hauptgründe, die zu Schwierigkeiten führen. Erstens die Sprachkenntnisse. Im Alter lernt man keine neue Sprache mehr. Selbst wenn es wie auf Mallorca deutsche Ärzte und Pflegepersonal gibt, außerhalb dieses geschützten Bereiches wird man Mallorqui sprechen müssen. Kann man dies nicht, wird man noch mehr vereinsamen. Kommt dann auch noch Demenz dazu, dann ist das Unheil vorprogrammiert.

Das zweite Problem sind die nicht vorhersehbaren Kosten. Selbst wenn manche Länder heute mit niedrigeren Kosten locken, so wird sich das mit großer Wahrscheinlichkeit ändern. Da das Einkommen der Alten in etwa konstant bleibt, werden sie immer weniger Geld zum Leben zur Verfügung haben. Natürlich gilt dies auch für den Aufenthalt in Deutschland, aber hier können sie doch auf das soziale Gewissen ihrer Umgebung und auf ihre Bürgerrechte hoffen.

Im Ausland, und sei es auch innerhalb der EU, wird dies viel schwieriger. Die deutschen Alten dort haben keine effektive Lobby, sie werden immer eine Minderheit bleiben. Kein Wunder, dass dann viele doch wieder zurück kommen wollen, was allerdings auch nicht ganz einfach ist, hat man hier alle Zelte abgebrochen. Wer auswandert, muss dies also früh genug tun, damit er oder sie sich im neuen Umfeld auch integrieren kann, mit 60 erscheint es mir zu spät.

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Aber auch wenn die Senioren in Deutschland bleiben, so können sie doch von der Mobilität im Vereinten Europa profitieren. Ich sehe ein großes Potenzial für uns Pflegekräfte aus dem Osten zu rekrutieren, zumindest solange, wie dort das Lohnniveau noch niedrig ist.

Unsere kulturelle Verbundenheit, gute deutsche Sprachkenntnisse, zum Teil noch bedingt durch frühere deutsche Auswanderer in den Osten oder durch heutige deutsche Investoren in Osteuropa, nahe räumliche Distanz, sie alle sind förderlich dafür. Es müssen nur die bürokratischen Hemmnisse aufgehoben werden. Aber Kostendruck und die Einsicht, dass deutsche Arbeitsplätze dadurch kaum gefährdet werden, werden hier die Lage entschärfen.

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Dies allein reicht nun nicht aus, um die Senioren in Deutschland zufrieden zu stellen. Auch wenn das Wetter hier spürbar wärmer wird, man genügend Wellnessangebote bekommt, die fast vergessen lassen, dass bei uns das Klima nicht immer gut ist, so wird eine Alternde Gesellschaft weitere Forderungen haben.

Unsere Verkehrsmittel sind häufig nicht seniorenfreundlich. Das beginnt schon bei manchen Taxis, in denen man viel zu niedrig sitzt. Busse haben oft zuwenig Haltegriffe, bei der Deutschen Bahn muss man zu oft umsteigen.

Es fehlt an öffentlichen Toiletten, ein großes Hindernis für Mobilität. Sitzbänke zum Ausruhen werden im öffentlichen Raum nicht aufgestellt, weil man sonst zu viele andere soziale Schichten anlockt, die niemand vor der Haustüre haben will. Parks erscheinen nicht immer sicher genug.

Gehwege sind für Menschen mit einem Rollator oft zu holprig, Wege im Winter zu wenig gestreut, an steilen Abschnitten oder Treppen fehlen Handläufe.

Ein weiteres, großes Hindernis ist die Raserei auf deutschen Autobahnen, die für Senioren viel zu viel Stress verursacht. Zum Glück erkennt man jetzt langsam auch den Zusammenhang der Raserei mit Umweltproblemen, so dass ich kein Prophet bin, wenn ich auch für Deutschland ein generelles Tempolimit vorraussage .

Im Prinzip ist die Situation für Senioren ziemlich ähnlich den Rollstuhlfahrern. Der Unterschied aber liegt in der Lautstärke, in denen die Interessen jeweils vertreten werden. Weil Rollstuhlfahrer und andere Behinderte meist noch in jüngeren, erwerbsfähigen Jahren sind, werden ihre Anliegen eher gehört, die Bedürfnisse von Alten aber gerne unter den Tisch gekehrt. Es liegt also noch ein weiter Weg vor uns, ein seniorenfreundliches Deutschland zu gestalten.

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Die viele Mobilitätseinschränkungen haben weitreichende Folgen für unsere Gesellschaft. Die Ausstattungen für Wohnungen sind ein gutes Beispiel dazu. Wer viel zuhause ist, gibt dafür auch mehr Geld dafür aus. Das Auto wird eher durch seinen Nutzen als durch sein Prestige Bedeutung haben.

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Zusammenfassung: Alternde Gesellschaften werden eher in Wohnungen, als in Autos investieren wollen. Trotz kontinuierlich abnehmender Mobilität werden Reisen ein wichtiges Freizeitvergnügen bleiben. Vor allem Deutschland selbst wird durch den Klimawandel davon profitieren. Alte Menschen wollen lieber hier als im Ausland alt werden.

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Recht

Wollte ich früher einen schnellen Überblick über die Gesundheit von Firmen haben, dann musste ich nur feststellen, wer dort das Sagen hatte. Waren es überwiegend Juristen, dann war das Ende nicht mehr weit. So ähnlich scheint es auch mit dem Alter zu sein, je älter die Menschen werden, um so häufiger brauchen sie Juristen. Eine alternde Gesellschaft ist gut für die Juristen.

Es geht dabei weniger um den Rechtsbeistand bei notwendigen Verträgen, wie Testamenten und Verfügungen, nein ganz einfach, Alte streiten gerne. Sie wissen viel und haben damit oft Recht. Nun denken sie aber, sie haben immer Recht und kommen zwei verschiedene Ansichten zusammen, dann knirscht es heftig.

Das passiert immer unter Menschen, aber andere Alterstufen gehen anders damit um. Sie gehen sich z.B. aus dem Weg. Wenn dies nun wegen mangelnder Mobilität nicht mehr so gut möglich ist, dann kann die kleinste Meinungsverschiedenheit zum Riesenproblem werden.

Würde jede Auseinandersetzung die Menschen wirklich betreffen, dann könnte ich dies noch besser verstehen, aber oft geht es wirklich nur ums Recht. Die endlosen politischen Diskussionen alter Männer sind ein gutes Beispiel dafür. Dabei sollten sie doch gelernt haben, dass verschiedene Ansichten in komplexen Situationen gar kein Widerspruch sein müssen. Aber fehlende Toleranz oder Machtspiele hindern sie an dieser Einsicht.

Nicht nur untereinander nimmt die Streitsucht und zuweilen sogar die Bösartigkeit zu, auch zwischen den Generationen kommt es zu Auseinandersetzungen, oft mit tragischen Folgen. Die Kinder erfüllen z.B. nicht die strengen Massstäbe der Alten und sollen dann dafür bestraft werden. Oft sind die Schwiegerkinder ein Anlass, einen dauerhaften Bruch in der Familie zu riskieren. Oder die Kinder rächen sich für schlechte Behandlung in der Kindheit und Jugend.

Ein häufiger Grund für Streitigkeiten sind Passivität und Langeweile. Wer zuviel Zeit hat, kommt leicht auf abwegige Gedanken. Viele Rechtsfälle zwischen Nachbarn könnten verhindert werden, wenn die Streithähne nur was Ordentliches zu tun hätten.

Auch ein Nachlassen der Sinne kann zu Streitigkeiten führen. Wer nichts hört und trotzdem kein Hörgerät benutzt, muss sich nicht wundern, wenn er nichts mehr mitbekommt und dann die Tatsachen falsch interpretiert.

In der Alternden Gesellschaft wird es also mehr Streit geben. Aber wo bleiben denn die "weisen Alten", die in Gesellschaften, die nicht alt werden, so hoch verehrt werden. Haben wir denn diese verloren? Nein, sicherlich haben wir sie auch, aber hören wir ihnen auch zu, haben sie eine herausragende Position?

Ich fürchte, unsere Weisen gehen im immer noch vorhandenen Jugendlichkeitswahn unter und in den Medien, wenn sie auftreten, werden sie respektlos verheizt, meist nur um eines Gags oder einer höheren Quote willen.

Von einem meiner Lehrer habe ich einen weisen Rat bekommen, den ich hier gerne weitergebe. Wie er emeritiert wurde, habe ich ihn besucht und gefragt, wie er denn mit der neuen Situation zurecht kommt: Seine Antwort: Gut, aber ich habe schnell gelernt warum, ich muss nur den ganzen Tag den Mund halten!

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Wie kann man nun dieser absehbaren Entwicklung gegensteuern? Bei unserem vielschichtigen Rechtssystem beginne ich am besten beim Individuum selbst. Seine erste Frage müsste sein: Betrifft mich das persönlich und tatsächlich? Wenn nicht, dann rege ich mich darüber auch nicht auf und mische mich nicht ein.

Ich erspare mir viel Ärger, in dem ich in einigen Bereichen Medienabstinenz ausübe. Wer keine Leserbriefe liest (und auch keine schreibt), wer die privaten Fernsehsender meidet, wer sich an seine Shitlist hält (d.h. unerfreuliche Kontakte nicht weiter pflegt), wer telefonisch nur noch für seinen Familie und Freunde erreichbar ist, der kann auch damit gut leben, dass "die Liste der Arschlöcher" mit jedem Jahr länger wird, wie es ein Freund von mir drastisch ausdrückt.

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Zusammenfassung: Die Zunahme an Streit wird unsere Gesellschaft belasten und sie wird Gegenmaßnahmen gegen ein Übermaß davon entwickeln. Aber nur durch eine Änderung der persönlichen Einstellung wird man Frieden finden. Es gibt zum Glück genügend Alternativen, seine Kontakte so gestalten, dass auch im Alter der Streit mit seinen negativen Folgen nicht überhand nimmt.

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Medizin

Im großen und ganzen gesehen, hat unsere Medizin ihr gestecktes Ziel, dass "die Menschen gesund alt werden", erreicht. Welche neuen Aufgaben kommen nun damit auf sie zu?

Ich sehe vor allem zwei Bereiche: erstens das an einem langen Leben erprobte Wissen zur Vorbeugung einzusetzen und zweitens das Leben am Ende mit besserer Lebensqualität zu versehen.

Der Reparaturbetrieb funktioniert inzwischen so gut, dass sekundäre Fragen viel wichtiger werden, wie die Kosten, wer Zugang zu den Segnungen bekommen soll, aber auch die Hinwendung zu grundsätzlichen Fragen, z.B. wie man das Leben alter Menschen mit Sinn füllen kann.

Menschen, die alt werden können, sind eine große Datenfundgrube für die moderne Medizin. Sie wendet sich damit auch Themen zu, die früher wegen der geringen Anzahl nur geringe Bedeutung hatten, die Alzheimer Krankheit ist ein gutes Beispiel dafür. Mit jedem alten Menschen steigt unser Wissen, welche genetischen Vorteile er hatte und wie sein Lebenswandel unterstützend oder auch hinderlich war.

Es war vielfach der Einsatz technischer Mittel, die unser Leben verlängert haben, leider manchmal aber auch unmenschlich haben erscheinen lassen. Vor allem die bildgebenden Verfahren, mit ihren Riesenmaschinen, werden im Rückblick für die vielen neuen Erkenntnisse verantwortlich gemacht werden können.

Aber auch die modernen Zentralfächer mit der Biochemie, Mikrobiologie, der Genetik, und die sie begleitenden, wichtigen praktischen Einrichtungen der Hygiene sind als Grundpfeiler anzusehen. Auch die heute besser möglichen Informationswege haben geholfen. Ich möchte auch gerne unser lange Zeit in Frieden mit unseren Nachbarn, unseren Wohlstand, und unsere Neugierde, das Leben besser verstehen zu wollen, hier anführen.

Die Medizin hat die Alternde Gesellschaft mit geschaffen und geformt. Ich denke, jeder der alt wird, ist ihr dafür dankbar.

Zusammenfassung: Die Medizin hat ihr wichtigstes Ziel, uns gesund alt werden zu lassen, erreicht. Sie wird sich in Zukunft hoffentlich stärker um die Lebensqualität am Lebensende und darum kümmern, dass ihre Segnungen möglichst vielen Menschen zugute kommen können.

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Eine persönliche Anmerkung zur Alternden Gesellschaft. Ich finde es schade, dass sich alte Menschen nicht mehr fotografieren lassen. Wie viele schöne Motive musste ich wieder löschen, nur weil die Menschen zu eitel waren, falsche Vorstellungen von sich selbst hatten oder was auch immer die Gründe dafür waren. Kein Wunder, dass wir eine verzerrte Vorstellung von unserer Gesellschaft haben, wenn wir sie in den Medien nicht reflektieren dürfen und dem Alter kein normales Gesicht mehr geben.


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